Jahrelange Freundschaft und intensives Abreiten führen nun zusammen zum Debütalbum der Band Tommy Lefroy. Hier findet ihr die wichtigsten Infos zum neuen Album.

 

Ein Büchertausch auf dem Konzert und passende Leseempfehlungen zum Album von einer Band, die sich nach der potentiellen Inspiration für Jane Austins Mr. Dary benannt hat – das ist doch der Traum einer jeden Lesemaus. Die Girl-Band Tommy Lefroy veröffentlichen nach 6 Jahren Arbeit endlich ihr Debütalbum The Precariat.

Das Indie-Rock-Duo Tommy Lefroy besteht aus den Singer-Songwriterinnen Tessa Mouzourakis und Wynter Bethel. Die Kanadierin Tessa und die Amerikanerin Wynter lernten sich 2017 in Nashville durch die Community der Writers‘ Round kennen. Von Beginn an teilen sie ihr Interesse für das Songwriting und Lesen.

Seitdem arbeiten sie gemeinsam und veröffentlichten ab 2021 einige EPs. 2023 wurde die Band als JUNO Breakthrough Group of the Year nominiert. Auch vor großem internationalem Publikum wie im Wembley-Stadion machten sie nicht halt. Sie spielten schon als Support für Artists wie Sigrid, Samia und Niall Horan.

Das Album The Precariat beginnt mit dem Song All Things Forgiven. Einer Einladung, das Album als Dialog anzunehmen, Fragen zu stellen und die Welt neu zu betrachten.

Doch so sanft der Anfang auch ist, die Musik von Tommy Lefroy ist von Protest geprägt. Ihre Songs reflektieren die Unsicherheiten, Ängste und Widersprüche der heutigen Welt. So bezeichnet der Albumtitel Prekariat eine wachsende soziale Gruppe, die unter zunehmender Instabilität und Unsicherheit leidet.

Und nicht nur die Welt hat sich verändert, sondern auch Tessa und Wynter. Es ist eine Songwriting-Entwicklung im Album zu spüren, von der Auseinandersetzung mit der aktuellen Realität bis hin zur Versöhnung, Hoffnung und Akzeptanz.

Die Arbeit am Album war für beide mit vielen Reisen verbunden, Nashville, Vancouver, LA, Michigan und London. Produziert wurde es in Los Angeles, gemeinsam mit Stephen Sesso und Mike Crossey. In Vacuum erzählen Tessa und Wynter von der gemeinsamen Reise der Anfänge ihrer Freundschaft und ihren Erfahrungen als Band mit Leistungsdruck und Konflikten.

Provokativer ist die Single Angel In The House. Sie ist dem Spannungsfeld zwischen der erwarteten Hausfrauen-Rolle und den persönlichen Ambitionen gewidmet. Inspiriert wurde der Songinhalt mit Versen wie

 Hearing the angel in the mouth of a friend

She said, he keeps her safe

And it feels so good to know your place

von Virgina Woolfs Rede „Professions for Women“.

Der Abschluss des Albums kommt in Form des Songs The Precariat. Angelehnt an die Ironie in Bruce Springsteens Born in the U.S.A. klingt der Track nach rührseligen Patriotismus, spaßig begleitet von einer beständigen Kick-Drum. Doch am Text 

I used to believe in American cities

Before I left

erkennt man die Kritik am amerikanischen System und die Reflexion des Erwachsenwerdens in einer Welt, die einen immer wieder zurücklässt und sich wandelt.

Nicht nur die Mischung aus kraftvollem und melancholischem Indie-Folk-Rock, sondern auch die thematische Verbindung von Literatur, Freundschaft, Kritik und Erwachsenwerden machen Tommy Lefroys Album The Precariat einzigartig und zurecht zum Campusradio Jena Album der Woche.

 

Bildrechte: Brendon Burton