Die zweite Hälfte der Spielzeit des Theaterhaus Jena beginnt. Wir haben mit Thorben Meißner über die neuen Stücke gesprochen, die in den nächsten Monaten auf den Bühnen Jenas ihre Uraufführungen feiern werden. In dieser Ausgabe stellen wir die beiden Stücke „Ich bereue.“ und „Nackt“ vor.

Ich bereue.

Bildquelle: Pressematerial Theaterhaus Jena

Im Leben kann man vieles bereuen, den Haarschnitt, die Wahl des Partners, die bedingungslose Treue zur politischen Gesinnung. Im neusten Stück von Wunderbaum wird das Konzept der Reue von vielen Blickwinkeln beleuchtet und unter die Lupe genommen.

Meißner:* Das Stück ist eine Mischung aus einer Therapiesitzung und einer Talk-Show. In diesem Format wird das Konzept der Reue betrachtet und gefragt, was einem diese eigentlich bringt – im Politischen, wie im Privaten.

Dafür sind Mitglieder von Wunderbaum in verschiedenen europäische Länder gereist und haben dort mit Menschen gesprochen, die ihre politischen Entscheidungen bereuen. Unter der Leitung von Walter Bart und Matjis Jansen und der Unterstützung von Yannick Noomen hat Wunderbaum einen besonderen Weg gefunden, ihre Erfahrungen auf der Bühne umzusetzen.

Meißner: Die Menschen breuen nicht nur politisch, sondern auch privat – oder sie bereuen eben nicht. In einem Interview, das wir geführt haben, sprachen wir mit einem rechten Politiker, der zum Islam konvertiert ist. Dieser Politiker ist nur eine von vielen Personen, die in “Ich bereue.” mit einander in einen Austausch treten.

Das Stück ist aus den Interviews entstanden, die mit den Menschen in den verschiedenen Ländern geführt wurden. Man kann vieles bereuen oder nicht bereuen. So bunt und unterschiedlich, wie die Leben der Menschen sind, ist auch „Ich Bereue.“

Nackt

Bildquelle: Pressematerial Theaterhaus Jena

Am 28. März wird „Nackt“ uraufgeführt. Das Stück von Lizzy Timmers blickt fragend auf die Zeit nach der 68ger Bewegung und fragt, was der nackte Körper heute eigentlich bedeutet. In den 60er-Jahren wurde der Körper zurück erobert und von der Scham befreit. Doch wozu hat sich dieses Befreiung in den letzten Jahrzehnten entwickelt?

Meißner: Da fällt mir dieser Satz aus dem Stück ‘Dantons Tod’ ein: “Die Revolution frisst ihre Kinder.” und ich denke, dass das beim Körper viel leichter passiert. Gleichzeitig ist genau das unsere Forschungsfrage: Wozu haben diese Revolutionen geführt? Wir bewegen uns im 21sten Jahrhundert auf einem ganz merkwürdigen Grad, einerseits gibt es das Prinzip “Sex Sells” und andererseits befinden wir uns in einer neuen Prüderie. Wir sehen uns mit ganz anderen Themen konfrontiert, als unsere Vorgänger in der 68er-Bewegung. Wir versuchen in “Nackt” zu einer neuen Natürlichkeit des nackten Körpers zu finden.

Viel verraten möchte Meißner noch nicht über das Stück.

Meißner: Bei “Nackt” ist der Überraschungsmoment denke ich wichtiger, dar will ich gar nicht weiter auf die Form des Stücks eingehen.

Es gibt die große Frage über die sich das Ensemble noch immer den Kopf zerbricht und deren Antwort die für die Zuschauer erst am Tag der Aufführung gelüftet wird.

Meißner: Wie macht man das in einem Stück, das “Nackt” heißt und bei dem es um den nackten Körper geht? Spielt man das dann nackt? Muss es da überhaupt Nackte geben? Oder ist das ein Stück, dass man komplett angezogen spielen kann? Was bedeutet Nacktheit eigentlich auf der Bühne?

*Die Antworten von Thorben Meißner sind in diesem Text paraphrasiert.

Termine:

Ich bereue. 13.03.2019 (Preview) // 15.03.2019 (Premiere) // 16.03.2019 // 21.03.2019 // 22.03.2019 // 23.03.2019 // -> alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr

Nackt 26.03.2019 (Preview) // 28.03.2019 (Premiere) // 29.03.2019 // 30.03.2019 // 03.04.2019 // 04.04.2019 // -> alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr

Autor

  • Mein erstes Konzert:
    Es war ein P!nk Konzert *Hipstermode aktiviert* Damals, als sie noch originellere Sachen geschrieben hat und ich so um die 14 war. Ich hatte lila Strumpfhosen mit Netzstrumpfhosen kombiniert und fand mich unglaublich cool damit.

    Teil der Campusradio-Familie seit:
    ..... Lass mich rechnen ..... Wintersemseter 16/17

    Das beste am Campusradio Eulennest:
    Hier muss ich schummeln und eine Liste machen:
    1. Die Eulen! Alle super lieb hier - ne einzige Kuschelgruppe, mit der man auch super feiern gehen kann.
    2. Alles was mit Radio machen zu tun hat! Leute interviewen; Konzerte; Kultur; Beiträge machen.

    Wo siehst du dich in 5 Jahren:
    Kommt ganz drauf an, wie meine Stimmung im Moment ist ... Wenn ich gut gelaunt bin laufe ich als Radiomensch über die Straßen und bastle weiterhin Beiträge. Wenn ich nicht so gut gelaunt bin, weiß ich es noch nicht.

    Beste Serien-/Filmfigur:
    fällt mir grade nix ein...
    Platzhalter: Rick Sanchez

    Believe It or Not (Was kannst du, was dir andere nie glauben würden):
    Auf Kommando Rülpsen.

    Lieblingsbar/Lieblingsclub (unabhängig von Jena):
    Wenn ich abspacken will, spacke ich ab und habe so gut wie keine Ansprüche. So lange die Musik mir gefällt wird rumgewackelt. - Kassa, Mikro, WG-Zimmer, Keller - Läuft alles.

    Mein „Happy Place“:
    Irgendwo, wo es nicht zu sehr ruckelt mit Füller und Notizbuch.

    Mit welcher berühmten Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gern mal einen trinken gehen und warum?:
    Für mich wäre das Hermann Hesse. Er hat mein Lieblingsbuch "der Steppenwolf" geschrieben und war auch ansonsten sehr auf dem alternativen Trip. Mit dem könnte man super über die Welt philosophieren und ne Schreibgruppe starten.

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