Im Gespräch: Podiumsdiskussion “Cannabislegalisierung”
Letzte Woche Mittwoch hat im Landeskirchenamt eine Podiumsdiskussion zum Thema Cannabislegalisierung stattgefunden. Organisiert wurde das Event vom Deutschen Hanfverband.
Unter den Diskutierenden waren Frank Tempel, ehemaliger drogenpolitischer Sprecher für ‘Die Linke’…

…, Uwe Wicha, Leiter der Fachklinik für Drogenrehabilitation in Sachsen, Jürgen Loyen, Leiter der Landespolizeiinspektion in Erfurt, Laura Wahl, Landessprecherin der Grünen Jugend in Thüringen und Dennis Müller, Sprecher für den deutschen Hanfverband in Erfurt. Louisa war für euch vor Ort und berichtet.
Kontra Legalisierung: Herr Wicha und Herr Loyen
Pro Legalisierung: Frau Wahl, Herr Tempel und Herr Müller
Für die Legalisierungsgegner spielen die repressiven Maßnahmen eine wichtige Rolle in der Bekämpfung von Drogenkonsum, außerdem wurde kritisiert, dass Cannabis zu einer Lifestyle-Droge geworden wäre und sich viele Menschen der Risiken nicht bewusst sind. Problematisch seien auch cannabisverherrlichende Youtube Videos, die die Droge glorifizieren.
Wobei es sich bei den meisten Drogenfeststellungen durch die Polizei um einen Mischkonsum handele und es in Thüringen ein großes Problem mit dem Crystal Meth gäbe, welches als Droge von Cannabis zu unterscheiden ist, da das Suchtpotential und die körperlichen Auswirkungen sehr viel größer sind. Gegner wie Herr Wicha sind gegen Legalisierungssysteme jeglicher Art, nach seiner Meinung würde eine Legalisierung nur zu einem erhöhten Drogenkonsum führen, da die Drogen leichter zu beschaffen seien. Zudem würden die illegalen Dealer keinen Schaden erleiden, da sie ihr Produkt mit erhöhtem THC Gehalt vertreiben könnten und im Gegensatz zu legalen Läden rund um die Uhr verfügbar wären. Außerdem würden Jugendliche nicht geschützt werden, da sie noch zu jung für einen legalen Kauf wären und so auf illegale Dealer zurückfallen würden .
Die Befürworter der Legalisierung waren sich einig, dass es eine Höchstgrenze für Cannabisbesitz  und verstärkte Kontrollen, sowie Verbraucher- und Jugenschutzgesetze geben müsse. Es soll weniger kriminalisiert werden, sondern mehr reguliert, wer den Zugang zu Cannabis hat und wie viel Cannabis im Umlauf sein darf. Dabei stehen laut Wahl und Tempel der Jugendschutz und der Verbraucherschutz an erster Stelle, so soll sichergestellt werden, dass Jugendliche über Cannabis und seine Folgen aufgeklärt werden und Cannabis nach einer Legalisierung nur ab einem bestimmten Alter erwerbbar ist. Durch  Regulierungen kann auch der Verbraucher geschützt werden, indem beispielsweise die Inhaltsstoffe des Produktes unter Normvorschriften stehen.
Ein weiter wichtiger Punkt in dem sich alle Diskutierenden einig waren: Prävention, statt Repression, um Abhängigkeit in den Griff zu kriegen.

Wichtig: das Suchtpotential in Bezug auf Cannabis einer erwachsenen Person liegt bei etwa 10 Prozent, bei Jugendlichen ab 15 Jahren schon bei 50 Prozent.
Solltet ihr selbst Abhängig sein oder jemanden kennen, der abhängig ist, könnt ihr euch an die Jenaer Suchtberatung wenden: Team Sozialpsychiatrischer Dienst
Lutherplatz 3; 07743 Jena
Bildquelle: Archiv

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