Wieder eine neue Woche, wieder ein neues Album. Doch warum nicht mal einer Band eine Chance geben, von der ich noch nichts gehört habe? Das dachte sich zumindest Eule Flo und hat sich mit dem neuen Album von FREUDE auseinandergesetzt.
Wer von der Band FREUDE noch nichts gehört hat, der hat was verpasst. Das sagen zumindest die Streaming-Zahlen. Denn der Song Kleopatra hat knapp 1 Mio. Streams.
Wenn ihr euch jetzt, genau wie ich, fragt, wer die Band FREUDE überhaupt ist, dann bekommt ihr hier eine Antwort: FREUDE ist eine dreiköpfige Band aus Wien. Ihre Bandmitglieder: Nina, Joshi und Clemens. Nachdem Clemens bereits als Schlagzeuger anderer Bands Erfahrung gesammelt hat, gründete er 2019 die Band FREUDE. Und schon 2020 zeichnete sich ab, dass die Band nicht nur Musik machen möchte, sondern sich auch mit Politik auseinandersetzen wird. In ihrer Debütsingle Sabine textet Clemens über eine Obdachlose, die er im Zuge seines Jobs tot aufgefunden hatte. Dabei nennt er sie bewusst beim Namen, denn in der Öffentlichkeit ist oft nur die Rede von “der Obdachlosen”. Aber es bleibt nicht nur bei dem einen Song. In ihren Texten beschäftigen sie sich häufig mit gesellschaftlichen Themen, dabei dürfen auch unangenehme Schwerpunkte nicht fehlen, z. B. Stalking. Das Engagement von FREUDE hört nicht bei ihren Songs auf. So veranstaltete Clemens 2022 mit Daniel Landau und der Agentur Arcadia-Live ein Benefizkonzert in Wien, bei dem zahlreiche Artists auftraten. Das ganze lief unter dem Hashtag: WeStandWithUkraine.
Und wie sieht es musikalisch aus?
Clemens selbst beschreibt die Musik als: “eine Mischung aus Kaffeehauslyrik und Gitarrengezerre, das ist dann Alternative-Indierock mit Tiefgang und catchy Melodien”. Und das ist eine sehr gute Beschreibung. Insbesondere der Song Kleopatra erinnert vom Vibe an Kaffkiz, dabei hat FREUDE aber ihre ganz eigene Note, an der man die Band schnell wieder erkennen kann. Und auch das neue Album Unter Druck und zwischen Welten, hat diesen sehr vertrauten Indie-Sound, den wir im Campusradio besonders mögen. Neben taktstarken good-vibe-Songs wie Oh Madame, findet man auf dem Album auch den Song Du zeigst mir die Sterne, welcher zwar auf den ersten Klang nicht direkt melancholisch wirkt, der Text verdeutlicht genau diese Stimmung allerdings schnell. Auch die Gesellschaftskritik darf in den neuen Texten nicht fehlen, so heißt es im Song Land Of The Free (LOTF):
Gott liebt die Blasphemie
Willkommen in Amerika
Spannend ist an dem Album auch, wie es aufgebaut ist. Mit A- und B-Seite erinnerst es an die Kassetten von früher. Dabei heißt die A-Seite: Unter Druck und die B-Seite: zwischen Welten. Und die jeweilige Seite beginnt auch mit dem namensgleichen Track. Diese wirken wie ein Intro in das Album. Gleichzeitig enden die Seiten mit abschließenden Tracks. So heißt der letzte Track der A-Seite: Das Ende und der letze Track der B-Seite: Bombe auf den Kopf. Dies rahmt beide Seiten perfekt ein und lässt sie fast wie zwei Alben wirken.
Eule Flo ist auf jeden Fall begeistert von der Band und ihrem neuen Album. Somit ist Unter Druck und zwischen Welten von FREUDE mehr als verdient unser Campusradio Jena Album der Woche.
Bildrechte: FREUDE
Text: Flo; Audio: Lea