Theaterrezension: Thüringen Megamix

Am 11. Dezember fand die öffentliche Hauptprobe zu dem Stück ‘Thüringen Megamix’ im Theaterhaus statt. Louisa war dabei und war ebenso in der Sendung, um von ihren Eindrücken zu erzählen.


Das Stück entstand mit dem neuen Ensemble des Theaterhauses. Dabei ging es darum, Thüringen als Heimat darzustellen. Oft erfährt man über berühmte Persönlichkeiten, wie Goethe oder Schiller, in dem Medien oder von dem Rechtsdruck, der in dem Freistaat herrscht. Ebenso der Thüringer Wald, die Bauhaus-Bewegung und die Thüringer Bratwurst sind in Deutschland bekannt. Doch was bedeutet es genau Thüringer*in zu sein? In dem Stück treten die Schauspieler*innen als Angestellte eines Freizeitparks auf. Sie proträtieren alle jeweils ein Kulturgut Thüringens. Da gibt es einen Kloß, Goethe, Schiller, eine Bewohnerin der DDR, die Literaturfigur Faust und König Herminafried von Thüringen. Sie alle müssen den Ansprüchen und Vorstellungen der Besucher*innen gerecht werden und müssen dafür ihren künstlerischen Anspruch verwerfen.

Die Zuschauer*innen des Stücks sehen den Backstagebereich, in dem sich die Charaktere aufhalten. Sie tauschen sich aus über ihr Feedback und mögliche Verbesserungen. Die Schauspielerin Goethes beispielsweise regt sich darüber auf, dass sie oft dazu angesprochen wird, dass sie als Frau Goethe spielt und warum keine bekannten Frauen Thüringens vorgestellt werden. Das Ganze bewegt sich zwischen Komik und Tragik. Oft muss man als Zuschauende lachen, aber man fühlt auch gleichzeitig mit den Charakteren mit, welche mit ihrem Job meist alles andere als zufrieden sind.

Das Ende des Stück stellt das Highlight dar. Die Schauspielerin des Kloßes beginnt das Publikum anzusprechen und auf den Vorplatz des Theaterhauses zu bitten. Dort kommt es zum große Thüringen Megamix, eine der Hauptattraktionen des Freizeitparks. Unter viel elektronischer Tanzmusik moderiert der Kloß überenthusiastisch und mit dabben die Show. Dabei wird die Geschichte etwas verzerrt: Goethe und Schiller beispielsweise treten unter der Begleitung basslastiger Musik als Liebespaar auf und die Figur Faust rezitiert Text auf Deutsch, Französisch, Dänisch, Spanisch und dann wieder Dänisch. Spätestens zu diesem Zeitpunkt brachen Teile des Publikums in Lachen aus. Zuletzt bricht die Schauspielerin der Darstellerin einer DDR Bewohnerin, Henrike Commichau, aus ihrer Rolle und erzählt ein wenig über die Geschichte des Theaterhauses während und nach der DDR.

Insgesamt ist das Stück sehr empfehlenswert. Es spielt mit den Emotionen der Zuschauenden und mit der Abstrusität des erdachten Freizeitparks. Das Stück ist mit einer Länge von circa 1 1/2 auch für Theaterunerfahrene zu empfehlen. Es läuft noch am 28., 29. und am 30.12.2018 sowie am 10., 11. und 12.01.2019 immer um 20 Uhr im Theaterhaus Jena.

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