Wer kennt es nicht: Pech in der Liebe UND Pech im Spiel. Der Sänger Levin Liam hat gleich ein ganzes Album zu dieser Lebenssitutation aufgenommen. Und wer sich dieses künstlerische Album nicht anhört hat dann wohl Pech gehabt…
“Das Album des Jahres“, so wird in den Kommentaren unter den YouTube Videos vom Künstler Levin Liam sein neues Album „Pech“ bezeichnet. Das Deutsche Indie-Rap Album schlägt in die Musikszene ein wie eine Bombe und hinterlässt Gänsehaut bei den Zuhörenden.
Levin Liam hatte seine Karriere schon früh begonnen. Nicht aber als Sänger, sondern als Schauspieler. Im Jahr 2012 spielte er in dem Kinofilm „Wolfskinder“ die Hauptrolle. Seit 2020 stieg er dann auch in das Musikbusiness ein und konnte schnell überzeugen. Zuerst auf Englisch, später auf Deutsch. In einem Interview erzählt er, dass er erst dachte, dass Musik auf deutsch für ihn nicht funktionieren würde. Sein neues Album ist jetzt aber wohl der endgültige Beweis, dass er auch auf Deutsch überzeugen kann. In seiner Muttersprache folgten eine EP und mehrere Singles.
In seinem Album nimmt Levin die Zuhörenden mit auf seine Herzschmerzreise. Durch das Album zieht sich konsequent eine Atmosphäre, die den Zuhörenden umgibt. Es fängt mit einer Schwere an, wozu das Album auch immer wieder zurückkehrt. Es wirkt alles sehr verträumt. Manche der Songs sind ruhiger, andere erinnern eher an Rapsongs mit passender verzerrter Stimme. Seine unglaublich großartige und starke Stimme gibt den Songs das Gefühl, etwas besonders zu sein und hebt sich von austauschbaren Herzschmerzsongs ab. Dazu nuschelt er die Textzeilen ins Mikro. Er sagt dazu in einem Interview, dass er versucht Wege zu finden seine Songs so klingen zu lassen, wie sie in seinem Kopf sich anhören. Dadurch hat man das Gefühl das Erlebte auf dem Album sehr nachempfinden zu können.
Seinen Schmerz verarbeitet Levin in zahlreichen Metaphern. In seinem Lied „Ausgedacht“ singt das lyrische Ich darüber, dass es sich die Schmerzen wegwünscht. „Der Schmerz war schöner als er noch ausgedacht war“, singt Levin Liam. Immer wieder findet der Sänger passende Worte, um das Gefühl von Einsamkeit einzufangen. „Ich dachte du liebst mich in einer anderen Welt“ oder „Frier mich lieber ein, ich halte das alles nicht mehr aus“.
Der Albumtitel „Pech“ spiegelt den Inhalt der Songs treffend wider. In einem Interview erklärt der Künstler, dass „Pech“ einmal dafür steht, dass im Leben nicht immer alles so läuft wie man selbst möchte. Gleichzeitig versteht Levin „Pech“ auch als Motivation. Ein „Pech gehabt, scheiß drauf und weiter geht’s“. Unterstrichen wird seine Vision mit dem Albumcover, wo ein Würfel mit einer eins abgebildet ist. Das Spiel ist verloren. Pech gehabt.
Das Album ist einzigartig und ebnet Levin Liam den Weg, sich endgültig in der deutschen Musikszene zu etablieren. Egal, ob man gerade Herzschmerz verarbeitet und einfach zur Musik viben möchte wird man bei dem Album fündig. Genau deshalb ist “Pech” unser Campusradio Jena Album der Woche.