Gegründet in Thüringen 1998 und das letzte mal stattgefunden 2026 in Großpösna. Das war das HIGHFIELD und für viele war es mehr als nur ein Festival. Wir waren beim “One last Dance” vor Ort und berichten euch, wie es war.

Schon Wochen bevor das HIGHFIELD losging, war klar, dass das vorerst das letzte gewesen sein wird. Hintergrund sind steigende Kosten in der Musikbranche und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten. Doch gerade das machte das Festival in diesem Jahr umso besonderer. Überall war spürbar, dass dieses Wochenende für viele mehr war als nur ein weiteres Festival.

Bereits am Donnerstagabend waren viele Fans vor Ort und feierten mit den Bierbabes und den Drunken Masters die Eröffnung. Aber egal, wie gut die Stimmung bereits am Donnerstag war, am Freitag wurde es noch intensiver. Trotz der hohen Temperaturen war schon bei ITCHY ordentlich Stimmung. Unerwartet melancholisch wurde es dagegen bei BHZ. Viele verbinden BHZ mit Partystimmung. Doch dem Verlust ihres Freundes und Kollegen Pablo wurde bei dem Konzert berechtigterweise viel Raum gegeben. Das sorgte für eine deepe Stimmung und zeigte gleichzeitig, dass auch bei einem Festival Platz für solche Momente sein kann.

Als Höhepunkt des Abends wird für viele der Auftritt von SDP gewesen sein. Die haben gezeigt, wie viel Bühnenerfahrung sie in den letzten Jahren gesammelt haben, und konnten das gesamte Publikum begeistern. Von Pooltieren über Bühnenpyrotechnik bis hin zu einem Feuerwerk am Schluss war alles dabei und das Publikum kam dabei auf seine Kosten. Es wurde ordentlich getanzt, gemosht und Staub eingeatmet.

Doch wer dachte, besser kann ein Wochenende nicht werden, der wurde am Samstag überrascht. Nicht nur waren trotz 36 °C, kaum Schatten und viel Sonne extrem viele Menschen da, auch das Line-Up war on Point. Es reihte sich ein guter Act an den nächsten. Dabei setzten einige Acts auf kreative Abkühlungsinstrumente, damit die Fans sich ein bisschen runterkühlen konnten. So wurde z. B. bei Querbeat kurz die Posaune zur Wasserpistole und sie machten sich einen Spaß daraus, die Menge mit Wasser abzuspritzen.

Und während tagsüber vor allem die verschiedenen Acts dafür sorgte, dass die Stimmung auf dem Gelände immer weiter anstieg, wartete am Abend noch das große Highlight auf viele Festivalbesucher. Denn sobald es dunkel war, wurde so langsam klar, wer bald auftreten wird. Schon eine Stunde vor Konzertbeginn hing das bekannte „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Banner von Kraftklub neben der Hauptbühne und ein Countdown zeigte die Zeit bis zum Konzertbeginn. Schon einige Zeit vor Beginn sammelten sich die Fans vor der Bühne und dann startete das Highlight des Abends.

Und Kraftklub lieferte! Es wurde wieder wie wild getanzt und gesungen und wer an dem Abend noch eine staubfreie Lunge hatte, der hat was falsch gemacht. Für viele dürfte spätestens hier klar gewesen sein, dass dieses HIGHFIELD etwas Besonderes werden würde.

Der Sonntag war dann zum Glück etwas kühler und so konnten die Fans mit viel Energie in den letzten Tag starten. Für viele stellte am Sonntag das Konzert von Marteria ein weiteres Highlight dar. Insbesondere der Auftritt mit seinem Sohn bedeutete für viele Fans Gänsehaut und Pipi in den Augen. Besonders war aber auch der Moment, in dem er eine spontan neu gedichtete Strophe mit seiner Band performte.

Dilla zeigte später, dass sie weiß, wie man mit Problemen auf der Bühne umgeht, und sorgte ebenfalls für ein unvergessliches Konzert. Bei ihrem Konzert kam es zu technischen Schwierigkeiten, weshalb es eine kleine Konzertpause gab. Doch anstatt einfach auf die Technik zu warten, holte sie spontan zwei Frauen aus dem Publikum auf die Bühne. Die eine legte eine Tanz-Performance hin, während das Publikum gemeinsam mit Dilla sang. Ein Moment, den niemand so schnell vergessen wird.

Und dann? Dann gab es nur noch einen Act: Beatsteaks. Zu ihnen gab es dann den „One Last Dance“. Dabei holten sie die Fans nochmal richtig ab und machten gleichzeitig deutlich, dass auch für sie das HIGHFIELD etwas Besonderes war. Peter Baumann, der Sänger, sagte über das HIGHFIELD: „Es ist viel besser als Rock am Ring“.

Doch trotz der vielen schönen Momente lässt sich das Wochenende auch an einigen Punkten kritisieren. So fiel zum Beispiel auf, dass auf den Bühnen lediglich fünf FLINTA-Acts standen. Aber auch der Aufbau des Timetables sorgte ein wenig für gemischte Gefühle. Denn so, wie dieser aufgebaut war, bekam man das Gefühl, dass gewisse Tage an bestimmte Altersgruppen gerichtet waren. Vom Line-Up sprach der Samstag deutlich das jüngere und der Sonntag das ältere Publikum an. Das lief in anderen Jahren schon besser.

Trotz dieser Kritikpunkte lässt sich aber nicht leugnen, dass das HIGHFIELD ein gelungenes Wochenende war. Und gerade in seinem letzten Jahr hat das Festival noch einmal gezeigt, dass es nicht nur ein Ort der guten Musik ist, sondern auch ein Ort mit Haltung. Nicht nur das Line-Up mit unter anderem Acts wie KAFVKA verdeutlichte, dass das HIGHFIELD ein politischer Ort ist. Regelmäßig waren antifaschistische Rufe zu hören und die LGBTQAI+-Fahne auf der Bühne verdeutlichte, dass das HIGHFIELD ein Ort für alle ist.

Vielleicht war es genau diese Mischung, die dieses HIGHFIELD so besonders gemacht hat: große Konzerte, kleine persönliche Momente, politische Statements, Pyrotechnik und natürlich jede Menge Staub. Die geladenen Acts haben den Abschied dabei umso schöner gemacht, indem sie von vergangenen HIGHFIELD-Momenten und Konzerten erzählt haben und verdeutlichten, dass auch sie das HIGHFIELD nicht vergessen werden.

Und dann war es irgendwann vorbei. Nach dem letzten Tanz ging es für alle so langsam Richtung nach Hause. Ein letztes Mal über das Festivalgelände, ein letztes Mal durch den Staub und ein letztes Mal mit dem Gefühl, dass dieses Wochenende eigentlich viel zu früh vorbei ist. Abschließend verabschiedete sich das HIGHFIELD mit einem Feuerwerk und somit mit einem lauten Knall.

Das letzte HIGHFIELD war ein Wochenende voller Sonne, Musik, schöner Momente und Staub auf der Haut. Und auch wenn es Kritikpunkte gab, bleibt vor allem eines: die Erinnerung an ein Festival, das für viele mehr war als nur ein Wochenende mit guter Musik.

HIGHFIELD, du wirst fehlen!

Foto: Julia Schwendner

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