Die von der Prüfungsphase gezeichnete Jenaer Studierendenschaft sehnt sich nach Ferien und auch für Schüler:innen in Thüringen ist die letzte Woche vor den Schulferien angebrochen. Keine Ferien gönnt sich der StuRa der Uni und trifft sich wie gewohnt am Dienstagabend zur Sitzung. Größter Punkt auf der Tagesordnung sind Anwaltskosten und gerichtliche Verfahren. Das Campusradio hat für euch das Wichtigste zusammengefasst.

Die Sitzungsleitung steht vorne an der Tafel, die Stura-Mitglieder haben sich brav davor in Reihen eingefunden. Was heute eher wie Schulunterricht in der 6. Klasse anmutet, ist tatsächlich die 10. Sitzung des Uni-StuRa am 10. Februar. Hochschulpolitik statt Klassenlehrerstunde also. Ein Klassenmaskottchen gibt’s trotzdem: Fri(e)da, ein knuffig-flauschiges schottisches Hochlandrind, sitzt neben dem Vorstand und hat alles im Blick.

Die unbeliebtesten Schulstunden sind immer die, in denen überzogen wird. Auch der StuRa plant heute eine lange Sitzung, das erwartete Ende ist auf 23 Uhr angesetzt. Bevor es mit Diskussionen so richtig losgeht, kommen aber erstmal die Berichte. Der Vorstand bringt zum Beispiel Neuigkeiten aus ihrem Gespräch mit dem Präsidium mit: Zu Beginn des Sommersemesters wird verraten, wo in der Uni Ruheräume zu finden sind, in denen sich gestresste Studis von der letzten durchzechten Nacht erholen oder ihren Selbstzweifeln erliegen können.

Das Sparschwein von Oma, die Sondervorauszahlung für die nächste Klassenfahrt, die Hoffnung auf einen Lottogewinn – die Welt dreht sich um’s Geld. Um Geld geht’s auch im StuRa: Der FSR PoWi bekommt Geld für seine Klausurtagung, das Sportreferat bekommt Geld für die Hochschulmeisterschaften im Volleyball und der StuRa hat den Haushaltsplan für 2026/27 beschlossen. Gerade nochmal Glück gehabt: Eine Haushaltssperre wurde abgewendet.

Zwar wird Recht in der Schule nicht als Fach unterrichtet, im StuRa wird man dennoch damit konfrontiert. Konkret geht es um Anwaltskosten. Im Rechtsstreit mit der Frieta GbR hat der StuRa im September 2025 eine Vergleichsvereinbarung beschlossen, in deren Zusammenhang Anwaltskosten anfielen. Da die Höhe dieser Kosten im September noch nicht feststanden, wird heute eine Mittelfreigabe über die finale Rechnung gestellt. Der StuRa beschließt die Mittelfreigabe, es wird jedoch darum gebeten, in Zukunft schon bei erster Behandlung eines ähnlichen Falles klarer zu kommunizieren, in welcher Höhe sich die Anwaltskosten bewegen können.
In ähnlicher Sache behandelt der nächste TOP einen Antrag auf Beendigung laufender Rechtsstreitigkeiten. Der StuRa ist in mehrere Verfahren involviert, hauptsächlich geht es dabei um finanzielle Forderungen an den StuRa oder Rückforderungen vom StuRa. Eine Beendigung aller Verfahren würde bedeuten, der StuRa muss alle Forderungen auszahlen sowie alle angefallenen Anwaltskosten tragen. Der Antrag wird nach intensiver Diskussion abgelehnt. Ein Argument dafür ist, das eine Beendigung der Verfahren keine finanzielle Entlastung bedeuten würde, da die Prozesskosten schon angefallen sind. Bei weiter laufenden Verfahren verteilen sich die in Zukunft möglicherweise anfallenden Kosten auf mehrere Haushaltsjahre und der Fall sei inzwischen so gut aufgearbeitet, dass auch zukünftige StuRa-Vorstände einen guten Überblick bekommen würden.

Eine Schulklasse entsendet ihre Klassensprecher:innen in die Schüler:innen-Vertretung, ein StuRa entsendet seine Vertreter:innen in diverse andere Gremien. Heute gewählt wird die studentische Vertretung im Verwaltungsrat des Studierendenwerks. Dieser kümmert sich um die Haushaltsplanung des Studierendenwerks, wählt die Geschäftsführer:in und ist auch sonst für alles zuständig, was in der Verwaltung so ansteht. Wie bereits im letzten Jahr werden Helen Würflein, Paul Staab und Marcus Hansen das Amt übernehmen.
Und damit war der Wahlabend noch nicht vorbei: Der StuRa der Uni Jena hat in die Konferenz der Thüringer Studierendenschaft bisher eine Person entsandt, eine zweite Stelle ist noch frei. Dafür zur Wahl steht heute Paul Staab, der nach längerer Personaldebatte jedoch nicht gewählt wird. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass sich Menschen auch weiterhin auf das Amt bewerben können. Möglich ist also eine Wahl in einer der nächsten Sitzungen.

Es klingelt zur großen Pause – so fühlt es sich zumindest an. Die Masse stürzt aus dem Raum, nur ein paar Übereifrige bleiben noch, um über die Sitzungsfarbe abzustimmen. Mit Pauken und Trompeten macht Sommergelb das Rennen. Die nächste Sitzung findet statt am 24. Februar. Wir bleiben gespannt, welche Farbe es dann wird.