Nach zwei Alben auf Englisch hat das Indie-Pop-Duo Maël und Jonas in den letzten Wochen neue Songs auf Deutsch veröffentlicht. Wir haben im Archiv gekramt und ein Interview mit Maël und Jonas gefunden, geführt im Januar 2026. Ein Gespräch über Castingshowteilnahmen, kreative Prozesse und Ziele für die nächsten Jahre.

Wer sich die neusten Veröffentlichungen des Indie-Pop-Duos Maël und Jonas zu Gemüte führt, mag stutzig werden. Während ihre bisherigen Tracks eher Titel tragen wie I swear to god, my love oder eat some pasta, fallen die beiden Jungs aus Koblenz in den letzten Wochen mit einem Sprachenwechsel auf.
Drei deutsche Titel haben sie bisher released und die geben einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll. Der Track du bist ist eine Hommage an die eigene Stärke oder, um es in den Worten von Maël und Jonas zu sagen, “Selbstliebe, aber make it tanzbar”. Mit unfassbar liefern sie ein emotionales Liebeslied. Halsschmerzen letztlich stellt die wichtigste Frage für jede wilde Partynacht: “Morgen haben wir Halsschmerzen, bist du dabei?”.
Im Interview mit der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen verrieten Maël und Jonas, dass sie inzwischen an einem ganzen Album mit deutschen Songs arbeiten.

Nicht ganz unbeteiligt daran wird wohl Shirin David gewesen sein. Die haben Maël und Jonas kennengelernt, als sie 2025 das zweite Mal an der Castingshow “The Voice of Germany” teilnahmen. Wir haben gefragt: Wie kam es eigentlich dazu?

Jonas: Es war relativ spontan, die Produktionsfirma oder beziehungsweise The Voice of Germany hat uns gefragt, ob wir uns das vorstellen könnten. Haben wir ein bisschen überlegt, sollen wir das wirklich machen, ist das nicht uncool? Dann sind wir aber relativ schnell zum Entschluss gekommen: Es war so eine geile Zeit, wir haben eigentlich durchweg positive Erinnerungen daran, lass uns das einfach nochmal machen und lass es uns dieses Mal auch richtig genießen.

Die erste Teilnahme der Castingshow 2020 kann auch als Start ihrer musikalischen Karriere gesehen werden. Wenn wir einmal zurück zu den Anfängen blicken: Wie haben sich Maël und Jonas gefunden und wie haben sie angefangen, gemeinsam Musik zu machen?

Maël: Wir haben uns in der Musikschule vor so 12 Jahren kennengelernt, in so einem Bandprojekt der Koblenzer Musikschule, wo Jonas’ Papa, der Achim, Bandleader war und das geleitet hat und wir waren zuerst Instrumentalisten, dann habe ich angefangen zu singen, dann sind wir zusammen zu The Voice, dann hat Jonas gleichermaßen mit mir gesungen und so hat sich das irgendwie gebildet. Also Maël und Jonas an sich entstand erst mit The Voice. Ja, genau, kann man so sagen.

Das erste Album der beiden, Rocket Science, erschien bereits 2023 und auch sonst machen Maël und Jonas schon seit einiger Zeit zusammen Musik. Wir haben nachgefragt, ob es in dieser Zeit schon Momente gab, auf die sie besonders gerne zurückblicken oder auf die sie besonders stolz sind. So einfach zu beantworten ist das gar nicht.

Jonas: Fällt dir was ein? Mir fällt glaube ich nichts ein.

Maël: Also das soll überhaupt nicht pick-me klingen, aber ich finde es ist in dieser Industrie finde ich so schwer schnell stolz auf was zu sein weil man ist einfach dazu gemacht sich zu vergleichen und man merkt gar nicht, dass man irgendwelche Steps geschafft hat. Aber ich glaube, wenn ich stolz… so richtig stolz bin bin ich, wenn ich so zurückdenke: Wo waren wir vor drei Jahren, wo waren wir vor fünf Jahren? Und dann sieht man erst diesen ganzen Progress, weil wenn man jetzt hinschaut, so ja okay, so und so viele Klicks, so und so viele monatliche Hörer:innen, vollkommen egal. Man vergleicht es dann immer mit jemandem, der größer ist und dann denkt man sich, ja, da ist noch nicht genug. Deswegen würde ich sagen, wenn man zurückblickt, bin ich glaube ich am Stolzesten auf unseren Werdegang, dass wir drangeblieben sind.

Ihre Songs entstehen übrigens immer unterschiedlich. Jonas sagt dazu:

Jonas: Also es ist so langweilig, aber es ist wirklich immer unterschiedlich. Manchmal komme ich mit einer Idee, manchmal kommt Maël eben eine Idee. Es kann eine Zeile sein, es kann Instrumental sein, es kann ein Sample sein. Manchmal hören wir auch Songs und sagen: “Hey, das ist so ein geiler Song, lass uns doch mal einen Song in dem Style versuchen.” Und dadurch, dass man dann selber alles kreiert, wird es eben komplett anders. Und ja, es ist wirklich unterschiedlich und ich glaube, deswegen wird es auch nie langweilig.

Mit mittlerweile zwei releasten Alben und erfolgreichen Touren haben sich Maël und Jonas in der deutschen Musikwelt etabliert. Da wollten wir natürlich wissen, was die beiden für Ziele in den nächsten Jahren haben:

Jonas: So kitschig wie’s klingt: Ich würde gerne das weitermachen, was wir die letzten Jahre machen durften. Auf einem im besten Fall lukrativeren Level. Wir wissen glaube ich alle, die Live-Szene ist keine einfache Szene, Musikszene generell nicht. Und wenn wir davon unser tägliches Brot verdienen und ein bisschen Stabilität reinbekommen, finanziell, dann sind wir super happy, weil das, was wir machen dürfen, kreativ sein, eigene Songs, eigene Geschichten zu erzählen und die mit Hunderten von Leuten in fremden Städten mitzusingen, ist unvergleichlich. Also, sehr dankbar. Und das, was wir die letzten Jahre gemacht haben, eventuell noch ein bisschen stabiler.

Maël: Ich sehe das auch so. Ich scheiß auf alles. Ne, keine Ahnung. Es ist. Boah, ich gucke positiv in die Zukunft. Das ist das Einzige, was ich hinbekommen habe.

Wir bleiben gespannt, wohin ihr Weg Maël und Jonas als nächstes verschlägt. Irgendwelche letzten Worte?

Jonas: Vielen Dank, hört Maël und Jonas. Spaß müsst ihr nicht, aber wenn ihr wollt, tut’s.

Bild: Marvin Vyhnal

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