Bericht: 13. Saaleputz

Aus den Augen aus dem Sinn. So geht es uns mit vielem. Der Unordnung im Kleiderschrank oder dem Bonbonpapier, dass man in die Saale wirft. Jetzt gibt es beim Jenaer Saaleputz wieder die Gelegenheit etwas gegen diese Mentalität zu tun.

Schon zum 13. Mal findet dieses Jahr der Jenaer Saaleputz statt. Für 3 Stunden können Freiwillige dabei helfen die Saale von Müll und Unrat zu befreien. Seit einigen Jahren wird dafür sogar extra der Wasserpegel der Saale reduziert, um den Helfern die Arbeit etwas zu erleichtern und den Müll freizulegen, den das Wasser sonst verdeckt.


Abschnitt 7
Treffpunkt/ Containerstandort: Kunitzer Hausbrücke
Abschnitt 6
Treffpunkt: Camsdorfer Brücke
Containerstandort: Gries- Parkplatz/ Seite Jena-Ost
Abschnitt 5
a)Treffpunkt: Camsdorfer Brücke
Containerstandort: Paradiesbahnhof
b) Treffpunkt: Lichtenhainer Brücke
Containerstandort: Paradiesbahnhof
Abschnitt 4
Treffpunkt: Bootshaus Ruderverein Jena ( Burgauer Weg 13)
Containerstandort: Ruderverein
Abschnitt 3
Treffpunkt/Containerstandort: Burgauer Wehr/ Zollhaus
Abschnitt 2
Treffpunkt: Fußgängerbrücke zwischen Göschwitz & Lobeda-West
Abschnitt 1
Treffpunkt/ Containerstandort: Sportplatz Maua

Organisiert wird der Saaleputz von der Bürgerstiftung Jena, des weiteren beteiligen sich auch viele Vereine an der Säuberungsaktion, zum Beispiel der DLRG, NABU und NAJU, die Anglerunion Jena, Kanuvereine und der Unverpacktladen Jeninchen. Die Kanuvereine reinigen die Saale dann vom Wasser aus und nehmen den Müll an Bord mit. Außerdem leiht der OBI Baumarkt der Saaleputzaktion 80 Eimer, mit denen der Müll sicher aufgesammelt werden kann. Außerdem wird so beim Müllsammeln nicht noch mehr Müll produziert.

Die freiwilligen Helfer und Helferinnen müssen sich im Internet anmelden und sich für einen von sieben Abschnitten der 12 km langen Strecke entscheiden, an denen man beim Müllsammeln helfen möchte. Die Strecke beginnt in Maua und endet in Kunitz. Eine Karte, so wie das Anmeldeformular findet man auf der Webseite der Bürgerstiftung Jena. Auf diesen 12 km kann einiges an Müll zusammen kommen, berichtet Heidi Scheller von der Bürgerstiftung Jena.

Scheller:*Von Hausmüll über Bänke, Fahrräder, Toilettenbecken, Straßenbahnschilder, Toilettenbecken, Einkaufswagen … also es ist unglaublich, was für Müll in die Saale komt und unsere Umwelt verschmutzt. Aber natürlich gibt es auch immer wieder spezielle Funde, wie Drogenspritzen. Für diese Fälle teilen wir auch Handzettel aus und belehren die Helfer und Helferinnen.

Christian Gerlitz – seit kurzen Stadtteilbürgermeister und der Dezernent für Stadtentwicklung – war schon beim aller ersten Saaleputz mit dabei und berichtet von seinen ersten Erfahrungen beim SaalePutz

Gerlitz:*Ich war schon ganz am Anfang mit dabei, als der Saaleputz noch vom Saalevisionsverein organisiert wurde. In den ersten Jahren waren es noch wesentlich weniger HelferInnen und es gab die Aktion nicht im Vorjahr. Da haben wir in der kurzen Strecke zwischen dem Paradiesbahnhof und der Camsdorfer Brücke schon genug Müll gesammelt, um einen Container zu füllen.

Im vergangenen Jahr sammelten 215 Freiwillige mehr als drei Tonnen Müll auf der Strecke von Maua bis Kunitz. Für Gerlitz eine gute Bilanz.

Gerlitz: Es freut mich sehr, dass wir durch die Regelmäßigkeit des Saaleputzes und die vielen Freiwilligen, nur noch den Müll aus der Saale holen, der sich innerhalb von einem Jahr angesammelt hat.

Alle sind herzlich eingeladen, Aushänge in Flüchtlingsunterkünften und Studentenwohnheimen in mehreren Sprachen brachten eine bunte Mischung an Helferinnen und Helfern zusammen, erinnert sich Scheller.

Scheller:Es freut uns, dass wir auch internationale Beteiligung beim Saaleputz haben. Wir hatten auch Unterstützung von Geflüchteten, Studenten sind immer dabei, aber vor allem sind es eben Familien mit Kindern. Das finden wir immer besonders schön, auch als Familie oder als Freundeskreis unterwegs zu sein und einfach schauen, wie kann man da gerade bei jungen Menschen auch etwas präventiv in diesem Bereich arbeiten.

Der Saaleputz beginnt am Samstag um 10 Uhr morgens, für jeden Reinigungsabschnitt gibt es einen gemeinsamen Treffpunkt, wer in der Innenstadt helfen möchte trifft sich von der grünen Tanne. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass gerade im Gebiet der Innenstadt so viele Tatkräftige zusammen kommen, dass “der Müll zum Aufsammeln fehlt”. Gerade in den äußeren Abschnitten freut man sich über etwas mehr Unterstützung.

Am Ende der dreistündigen Putzaktion treffen sich alle freiwilligen Helferinnen und Helfer um 13 Uhr beim Paradiescafé und können sich bei Häppchen und Getränken austauschen.

Geplant und geregelt ist alles, jetzt muss man nur noch für gutes Wetter hoffen.

*Die Antworten von Frau Scheller und Herrn Gerlitz sind in diesem Text paraphrasiert.

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