CD der Woche: Homeshake – Helium

Introvertiert klingt ‚Helium‘, das neue und nun schon vierte Album Homeshakes aus Montreal. Homeshake ist das Soloprojekt Peter Sagars, welcher bis 2014 in Mac Demarcos live Band gespielt hat. Dass…

…die beiden vom gleichen Schlag sind, merkt man schnell. Die lo-fi Ästhetik ihrer Musik, die gedämpften Vocals und Melodien, die sich vor sich her wabern. Laut Sagar sei das Album kurz nach seinem Vorgänger ‚Fresh Air‘ entstanden mit einem klareren Kopf und in einer Phase, in der Sagar viel Haruki Murakami gelesen habe. Ein typischer Murakami Charakter geht alleine durch eine Welt, gegenüber dieser er eine gewisse Isolation spürt. Dieser Charakter lässt sich auch in Helium wiederfinden.

Sagar hat das Album alleine in seiner Wohnung in Montreal meistens zu nächtlicher Stunde aufgenommen. Dazu passt die Beschreibung seiner Musik als Bedroom-Pop doch ganz gut. Die musikalische Aufbereitung seiner Songs klingt weich und dehnbar. Die Melodien breiten sich wie eine Rauchwolke aus und versprühen eine Wärme, als ob sie sich wie eine Decke über die Ohren legen würden. Dabei kommt die Isolation Sagars während der Aufnahmen zum Vorschein. Sein Gesang klingt scheu und der Sound insgesamt, wie von ihm gewohnt, gedämpft. Songs wie ‚Anything At All‘ zeigen dieses introvertierte Mindset Sagars. „Everyone I know lives in my cell phone“, singt Homeshake zu einer Melodie, die lose an Frank Oceans Album Channel Orange denken lässt. Es geht hier um die Abhängigkeit von modernen Technologien, wenn es um sozialen Kontakt geht, und die Sehnsucht nach ‚wahren‘ menschlichen Begegnungen.

Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Alben (‚In The Shower‘ und ‚Midnight Snack‘) treten Gitarrenklänge in den Hintergrund und schneiden nur noch gelegentlich, beispielsweise auf Songs wie ‚(Secret Track)‘, durch die Wolke aus Synthesizern. Einen Einblick in Sagars in sich gekehrte Welt vermittelt Helium und lässt eine Stimmung aufkommen, die Homeshake wahrscheinlich selbst bei den Aufnahmen hatte. So mellow und hazy wie das Album ist, klingt es wie ein Soundtrack zu langen, ruhigen Nächten, in denen man um vier Uhr morgens immer noch durch die Wohnung streift. Mit dem Gefühl der Einsamkeit sollte man Homeshakes Sound aber nicht verbinden. Der Kanadier bleibt auf Helium dem Stil seines Vorgängers (‚Fresh Air‘) treu und besticht wieder mit soften Beats und nebeligen Melodien.

Bildquelle: Pressematerial

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