Die CD der Woche: Phantastic Ferniture

Phantastic Ferniture lieben Farne. Zumindest lässt sich das aus ihrem Namen ableiten. Hinter dem Pun stecken Julia Jacklin, Liz Hughes und Ryan Brennan. Nicht nur ihre Vorliebe zu dem Farngewächs, sondern auch eine Freundschaft verbindet sie, welche schon vor Gründung der Band entstanden ist. Nach einer Geburtstagsfeier für…

… Julia schwor die gesamte Feiergemeinde eine Band zu gründen. Nur Vier erinnerten sich noch am nächsten Morgen daran. Ihr erster Auftritt war ein Weihnachtsgig, bei dem Gitarristin Liz und Bassist Tom Capell bei den Proben noch am selben Tag bemerkten, dass sie in verschiedenen Tonlagen spielten. Tom Capell verlies die Band zwar, doch das verbliebene Trio übte weiter und arbeitete an ihren Sound.

Was letztendlich herauskam könnte man sonnengetränkten Garage Indie-Rock nennen. Ihre australischen Wurzeln hört man definitiv aus ihrem coolen, leicht grungigen Sound heraus. Liz fügt noch hinzu, dass die Musikszene Sydneys zentral für ihre musikalische Identität sei. Besonders viel weiter geplant haben die drei noch nicht. Für Liz liegt der Anreiz der Band für sie gerade darin, etwas noch nie gemachtes zu tun und alles auf sich zukommen zu lassen. Für Julia sei die Band wie ein Alter Ego, welches ihr viel Spaß bereitet.

Doch auch wenn Phantastic Ferniture aus einer Schnapsidee heraus entstanden ist und sie keinen 10- oder gar 5-Jahres-Plan vorlegen können, klingt ihre Musik nicht chaotisch oder unfertig. Sie hat eine organischen Charakter an sich, bei dem man das Gefühl hat, man säße mit der Band im Aufnahmestudio. Julias sanfte und doch rauchig-verwegene Stimme lässt an das Selbstbewusstsein in der Stimme von War Paints Frontfrau Emily Kokal denken. Lieder wie ‘Gap Year’ lassen an die fließenden Melodien von ‘The War On Drugs’ denken. Die Tracks ‘Take It Off’ und ‘I Need It’ sind aus Julias Instinkt heraus entstanden, coole und sexy Lieder zu machen, die einem Selbstbewusstsein schenken. Musikalisch erinnern sie mit ihrem scheppernden und leicht düsteren Sound an Radiohead. Ihre erste Single, das groovige ‘Fuckin ‘n’ Rollin’, scheint gleichzeitig das Herzstück des Albums zu sein und lädt zum tanzen ein, genau wie das rythmische ‘Dark Corner Dancefloor’.

Phantastic Ferniture präsentieren uns ihr Debütalbum nicht mit perfekter Fingerfertigkeit oder bis zum Erbrechen ausgeklügelten Melodien. Laut Liz war das auch nie das Ziel, denn die beste Musik komme sowieso von Personen, deren Leidenschaft ihre Expertise übertreffe. Und so leidenschaftlich hört sich das Album auch an. Phantastic Ferniture bewegen sich zwischen tanzbaren Rythmen, authentischen Melodien und einer schlichten Coolness, die weder künstlich erzeugt oder vorgetäuscht werden kann und versüßen uns mit Ihrem Debüt die heißen Sommertage!

Bildquelle: Pressematerial

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