Schwangerschaftsabbruch – Antiwerbung in der JeNah?

Meist wird in den JeNah-Bussen für die neue Ausstellung im Straßenbahndepot oder für Outdoorjacken geworben. Vor einigen Wochen hingen jedoch Werbeplakate mit der simplen Botschaft “Schwanger – Wenn das Ja schwer fällt” in den Scheiben der Busse. Hinter diesen simplen Satz steckt der Verein Kaleb, ein schwieriges Thema und ein Versehen:

Weitere Infos über Kaleb in Jena bekommt ihr hier. Die in Jena einzige anerkannte Beratungsstelle ist das “Zentrum für Familien und Alleinerziehende eV.”

Redaktion: Paula Georgi, Sprecherin: Dana Zimmermann

2 Antworten auf „Schwangerschaftsabbruch – Antiwerbung in der JeNah?“

  1. Alice sagt:

    Der Beitrag ist älter, aber ich will meinen Senf dazu geben. Warum soll es schlecht sein, Frauen in Konflikten in den öffentlichen Verkehrsmitteln anzusprechen? Ich kenne die Situation. Als ich schwanger war, gab es nur einen Weg.Zur offiziellen Beratungsstelle, wo ich die “Abtreibungserlaubnis” und eine Ärzteliste bekommen habe. Gut, die Frau gab sich da Mühe, aber wirklich hilfreiche Antworten auf meine Fragen bekam ich nicht. Beim Arzt war es dann eine eher “technisches” Problem ohne viel Einfühlungsvermögen. Ich wäre froh gewesen, wenn ich eine andere Anlaufstelle gefunden hätte. Mit einer ungewollten Schwangerschaft ist frau in einer Ausnahmesituation und das führt manchmal zu spontanen Handlungen. Sorry, aber die Beratung war eher ein Pflichttermin, die Kostenübernahme in der Krankenkasse reine Bürokratie und beim Arzt so im Schnelldurchgang ein paar nette Worte und Abbruch durchführen. Da ist frau nur froh, wenn man auch andere Anlaufstellen gehabt hätte. Ich kanne Kaleb nicht, so eine Werbung in der Straßenbahn hätte mir vielleicht geholfen, die falsche Entscheidung nicht getroffen zu haben. Ich bezeichne mich eher als grün-links-liberal. Aber dieses Gutmenschentum geht mir zu weit. Man darf einer Frau nicht sagen, dass Abtreibung etwas sehr belastendes ist, ist ja so was böses wertkonservatives. Nene, lieber auf freie Entscheidung pochen und wie man sich als Frau danach fühlt, ist dann allen egal.

  2. Sophie sagt:

    Leider gehört es zum modernen Gutmenschentum dazu, dass man auf keinen Fall ein negatives Wort zur Abtreibung verlieren darf. Dabei richtete sich der Kampf um die Frauenrechte an die freie Entscheidung, auf beide Seiten. Es ist möglich, innerhalb der Frist straflos abzutreiben und das ist gut so. Aber warum soll man da nicht darauf aufmerksam machen dürfen, dass diese Entscheidung tatsächlich eine Grenzerfahrung ist und kein normaler Gang zum Arzt? Ich fühlte mich in der “einzigen anerkannten” Beratungsstelle auch nicht wohl. Nettes Zureden, aber kein Wort darüber, wie man sich danach fühlen kann. Ebenso in dieser Arztpraxis. Aha, Studentin, schwanger, ok, abtreiben. Keine Nachfragen, damit die eigenen Lügen enttarnt werden. Man zieht es mit Selbstbetrug durch und landet erst danach in der Realität. Ich wäre jeglichem Angebot dankbar gewesen. Niederschwellig, auch mittels Werbung in der Tram. Aber psst… man darf es ja nicht sagen. Ich bin ja auch nur der angebliche Einzelfall von Tausenden der mit der eigenen Abtreibung nicht ins Reine kommen kann. Deckel drauf und weiter über böse religiöse Fundamentalisten jammern!

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