American Football ohne harte Tackles, aber mit jeder Menge Action – das ist Flag Football. Und genau das kommt im Juni nach Jena. Das Campusradio hat recherchiert und war beim Training der Hanfrieds Jugend in Jena dabei.
Flag Football ist eine kontaktarme, dynamische Variante des American Football. Bedeutet, dass die Defense den berührenden Spieler der Offense stoppt, indem sie ihm ein Flag aus dem Gürtel zieht, statt ihn körperlich zu tackeln.
Ihren Ursprung fand die Sportart in den USA während des zweiten Weltkrieges. Soldaten wollten American Football spielen, aber nicht dem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sein. Statt den Gegner zu Boden zu bringen, zieht man ihm einfach eine Flagge vom Gürtel. Seit den 1990er Jahren begann Flag Football sich weltweit zu verbreiten – auch in Europa.
In den letzten Jahren ist Flag Football nochmal richtig gewachsen. Gründe dafür sind das steigende Interesse an American Football durch die NFL und der Fokus auf Sicherheit im Sport. Aufgrund des geringen Verletzungsrisikos ist es perfekt für Schulen und Jugendprogramme. Ab 2028 wird Flag Football sogar Teil der Olympischen Spiele.
Auch bei den Hanfrieds wird Flag gespielt
Seit einigen Jahren haben auch die Hanfrieds in Jena eine eigene Flag-Football-Mannschaft. Jens ist der Defense-Coach der Flag-Football-Jugend und ich habe mit ihm darüber gesprochen, wie sich die Sportart in Jena entwickelt hat.
“Für die Hanfrieds gibt es das jetzt schon relativ lange. 5-6 Jahre sind wir jetzt dabei gute Mannschaften aufzustellen, Nachwuchs zu generieren. Der Sport entsteht gerade eben erst, das ist die Randsportart der Randsportart.“
Gerade bei jungen Menschen wird der Sport immer beliebter. Woran das liegen könnte, hat Jens mir erklärt.
“Ich glaube das Team. Wir sind nicht elf wie beim Fußball, sondern müssen uns hier mit fünf Leuten zurecht finden, mit ganz unterschiedlichen Entwicklungsständen, mit unterschiedlichem Können und vor allen Dingen auch ganz unterschiedlichem Alter. Und ich glaube das Team ist am Ende das, was dann da Spaß macht, der Teamsport.“

Neben dem Sport vermittelt Flag Football auch wichtige Werte. Deshalb habe ich nachgefragt, was ihm als Jugendtrainer besonders wichtig ist.
“Der Spaß. Wir haben letztes Jahr Turniere gehabt, da haben wir nicht wirklich gut ausgesehen und trotzdem haben die Jungs am Ende gelächelt. Die (Kinder) treffen sich nachmittags zum Footballwerfen, die feiern sich für jeden Touchdown, die feiern sich für jeden abgefangenen Ball. Das Team ist zusammengewachsen und das macht es für mich so spannend.“
Event in Jena: Flag Football zum Ausprobieren
Wer Flag Football diesen Sommer selbst kennenlernen möchte, hat am 22. Juni im Sportinstitut in Jena die Gelegenheit dazu. Unter dem Titel „Friendship Huddle Jena“ dreht sich bei dem Event alles um die aufstrebende Sportart. Organisiert wird die Veranstaltung von Sportstudierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam mit den Hanfrieds Jena und dem US-Konsulat Leipzig.
Das Event findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Ich wollte deshalb wissen, ob sich Flag Football auch für Menschen ohne Vorerfahrung eignet.
“Ich glaube, es ist besonders gut geeignet, weil man die Grundlagen kennenlernt. Also werfen, fangen, Routen laufen, was die Coverage betrifft. Wie spiele ich Defense, wie Spiele ich Offense, wie spiele ich meine Position? Und das ganze sehr sehr verletzungsarm.“
Neben dem sportlichen Aspekt steht beim Event auch der internationale Austausch im Mittelpunkt. Deshalb habe ich außerdem nachgefragt, warum sich Flag Football besonders gut für interkulturelle Begegnungen anbietet.
“Weil es ein Teamsport ist, den jeder Spielen kann. In dieser Sportart ist es völlig egal, ob du groß bist, ob du klein bist, ob du jemals vorher einen Ball gefangen hast oder mal einen Football gesehen hast. Hier findet jeder im Team seinen Platz. Es wird für jeden eine Rolle gefunden.“
Zum Abschluss hat der Trainer noch darüber gesprochen, was er sich für den Verein und die Sportart in Zukunft wünscht. Für den Flag-Football-Nachwuchs wäre ihm vor allem mehr Aufmerksamkeit für den Sport wichtig. Langfristig wäre es sein Ziel, dass die Hanfrieds auch eine Männermannschaft aufbauen können und die Spieler nicht schon mit 17 oder 18 Jahren aufhören müssen, weil es keine passende Anschlussmannschaft gibt.
Wer also Lust auf Action, Teamgeist und ein Stück amerikanisches Sportgefühl hat, sollte am 22. Juni im Sportinstitut in Jena vorbeischauen und mitmachen. Trainiert wird außerdem jeden Dienstag und Donnerstag, jeweils von 17:00 bis 18:30 Uhr auf dem Hanfrieds Field.