Der Artist Who Shot Scott hat sein allererstes Album “Hairy” veröffentlicht. Bei diesem außergewöhnlichen Namen fragt man sich natürlich, was dahintersteckt. Dies dachte sich zumindest Eule Larissa, die beim ersten Hören des Namens zunächst einige kuriose und nicht unbedingt naheliegende Assoziationen hatte. Was jedenfalls die Intention des Musikers selbst ist, erfahrt ihr hier.
Turning pain into power, das ist die Message die der Künstler Who Shot Scott in seinem ersten Album Hairy seinen Fans vermitteln möchte. Dies hat er meiner Meinung definitiv geschafft, denn meine ersten Gedanken waren: okay sehr impulsiv, echt kritisch formuliert aber einfach geil.
Hinter dem Künstlernamen steckt der Musiker, Produzent und Songwriter Zaidoon Nasir. Die Geschichte hinter seiner Musik ist eng mit seiner eigenen Biografie verbunden. Als Kleinkind floh Nasir gemeinsam mit seiner Mutter aus dem Irak und wuchs später in Auckland, Neuseeland, auf. Die Gefühle, anders zu sein beziehungsweise nicht wirklich dazuzugehören, prägten vor allem seine Kindheit und Jugend. Statt diese Erlebnisse zu verdrängen, verarbeitet er sie offen und direkt in seinen Songs und versucht somit sein wahres Ich zu zeigen, wozu er damals nicht wirklich fähig war, da er in das gesellschaftliche Bild passen wollte.
Seine Songs sind emotional, kompromisslos und gleichzeitig auch verletzlich. Sein Ziel ist es Ehrlichkeit und rohe Emotionen in seinen Songs so zu verpacken, dass sich Menschen, die dasselbe durchmachen mussten gehört fühlen. Genau das macht seinen Sound so unverwechselbar und nahbar.
Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie Who Shot Scott Musik-Genres miteinander verbindet. In einem Moment hört man aggressive Punk-Energie und harte Rap-Passagen, im nächsten stehen aber melancholische Melodien und persönliche Geschichten im Mittelpunkt. Seine Songs wirken wie Tagebucheinträge, die mit voller Lautstärke vorgetragen werden. Diese Mischung aus Chaos und Authentizität hat ihm eine wachsende internationale Fangemeinde eingebracht. Ein besonders wichtiger Meilenstein ist nun die Veröffentlichung seines ersten Albums Hairy, welches am 5. Juni 2026 erschienen ist. Das Album ist weit mehr als nur eine Sammlung von Songs, denn es ist eine persönliche Aufarbeitung seiner Jugend zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr. Der etwas zunächst ungewöhnliche und seltsame Titel Hairy hat einen sehr persönlichen Hintergrund, denn während seiner Schulzeit wurde Nasir unter anderem wegen seiner Körperbehaarung gemobbt.
Musikalisch bewegt sich das Album zwischen explosiven Rap-Rock-Hymnen und nachdenklichen, emotionalen Momenten. In den ersten 8 Tracks werden Themen wie Verrat, Unsicherheiten, Diskriminierung, Neid und Anderssein des Künstlers angeschnitten. Mit dem 9 und letzten Song des Albums Peaked in Highschool wandelt er diese Bedenken und negativen Gefühle in Selbstbewusstsein und Stärke um. Mit Hairy präsentiert Who Shot Scott ein Debütalbum, das nicht nur musikalisch mutig ist, sondern auch eine wichtige Botschaft vermittelt: Die Eigenschaften, für die man früher verspottet wurde, können einem im späteren Leben Stärke verleihen. Genau diese Haltung macht Who Shot Scott zu einem authentischen und inspirierenden Künstler, der es definitiv verdient hat mit Hairy unser Campusradio Jena Album der Woche zu sein.