In Jena kann man auf einen erstaunlich schönen Sportsommer zurückblicken. Während sich viele Sportarten und Kurse allmählich wieder ins Warme machen, ist Padel schon längst dort angekommen. Das Campusradio Jena war zu Besuch in Jenas neuester Indoor-Attraktion und berichtet, warum diese Leidenschaft mehr als nur “Schön-Wetter-Tennis” ist.
Olympisch ist sie noch nicht, auch wenn der Hype in den sozialen Medien quasi endlos ist. Es geht um die Sportart Padel, die den Weg nach Deutschland gefunden hat und sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Herzen von schlagfertigen Bewegungs-Fans spielt. Weil in Jena vor wenigen Wochen die erste dafür eingerichtete Halle eröffnete, ließ sich das Campusradio Jena auf Einladung nicht zwei Mal bitten und wagte sich selbst auf den blauen Teppich.

Viel Vorbereitung brauchte es dafür nicht. Einzig saubere Hallenschuhe sollten im Gepäck sein. Die eigens dafür gefertigten Padel-Schläger und Bälle gibt es vor Ort zum Ausleihen. Schon nach kurzem Warmmachen ging es auf zwei der gleich sechs Plätze. Unterstützung bekamen wir den ganzen Nachmittag über von Ricardo Gribaudo. Den gebürtigen Argentinier zog es 2015 nach Deutschland und in die Sportstadt Jena, wo er Padel auch durch seine eigene Expertise weiterbringen will.
Padel ist mehr als nur eine Trendsportart
Er erklärte uns, dass das aus Mexiko stammende Rückspiel eine Mischung aus Tennis und Squash sei. Die Idee entstand daraus, weil es im Heimatort der Erfinderin zu wenig Platz für einen Tennisplatz gab und nur eine Halle zur Verfügung stand. Mit der Zeit entwickelten sich die Philosophie und ein Regelwerk, die noch vor der Jahrtausendwende den Weg nach Spanien fanden, wo Padel immer populärer wurde. Durch eine starke Repräsentation in den sozialen Medien und virale Clips wuchs auch das Interesse in anderen Ländern immer mehr, wie uns Ricardo verriet: “In Deutschland schon. Aber das ist kein Trend. Das bleibt!”
Nachdem wir uns etwas an die Bedingungen gewöhnten, wurde auch deutlich, was an Padel so fasziniert. Es kann unheimlich schnell zur Sache gehen. Ob im 2-gegen-2 oder 1-gegen-1 bestimmen Taktik und Timing das Spielgeschehen. Der Ball muss einmal auf der gegnerischen Hälfte aufkommen oder darf auch Volley geschlagen werden. Die Wand kann dabei helfen, einen vermeintlich zu langen Angriff doch noch abzuwehren oder dann auf der anderen Seite gezielt als Mittel genutzt zu werden. Die Lernkurve kann dabei genauso steil sein wie die Flugbahn der Aufschläge:

“Im Vergleich zum Tennis braucht man nicht so viel Technik. Man braucht nur einen Schläger und viele Wiederholungen.” Und weil natürlich noch nicht jeder Schlag sitzt, gibt es die Möglichkeit, sich viel auszuprobieren. Per App lassen sich Courts in ganz Deutschland buchen. Der Preis für eine Stunde beläuft sich dabei meist auf 40€ pro Platz. Eine kleine Ausleihgebühr fält vor Ort für alles Weitere an. Wer aber so richtig einsteigen will, kann schon jetzt Ausschau nach einem passenden Unisport-Kurs halten, der seit kurzem vom Jenaer Padel-Team veranstaltet wird. Genau das würde sich laut Ricardo so richtig lohnen:
“Das Gute an Padel ist die Community. Im Vergleich zum Tennis, wo man eher allein spielt, gibt es hier eine große Community. Hier erstellt man offene Matches und man lernt viele Leute kennen, die die gleiche Leidenschaft haben.” Selbst vorbeischauen könnt ihr an jedem Nachmittag unter der Woche oder ganztags am Wochenende in der Friedrich-Hund-Straße 3, sehr gut zu erreichen von der Straßenbahnhaltestelle “Jenoptik” aus. Und auch wir freuen uns natürlich auf unsere nächste Stunde im Padel-Palast von Jena.