Bevor sich die ersten Sommerurlaubspläne vieler Studierenden verwirklichen, geht der Fußball schon in die nächste Runde. Die Spielzeit 2026/27 bringt für das Frauen- und Herrenteam unterschiedliche, aber vor allem spannende Aufgaben mit sich. Zum Sonntag wurde zur Saisoneröffnung im Ernst-Abbe-Sportfeld geladen und es wurde mit einigem Spektakel überzeugt.

Alles neu beim FC Carl Zeiss Jena? Vielleicht nicht alles, aber vieles! Die neue Spielzeit steht für den Klub in Verbindung mit ein paar übergeordneten Zielen: Sportliche Weiterentwicklung über alle Abteilungen hinweg, finanzielle Stabilisierung und Schärfung der eigenen Marke in Verbundenheit mit den Werten. Im Grunde heißt das also, dass die jung aufgestellten Teams oben angreifen sollen und dabei natürlich die unbedingte Unterstützung der Fangemeinschaft erfahren.

Bei letzterem sollen die neuen und durchaus schicken Trikots helfen, mit denen sowohl die Männer als auch die Frauen auflaufen werden. Mit dem Claim “Jenaer Fundament” soll vor allem das Auswärtsshirt eine ganz neue Verbundenheit mit dem Verein schaffen. Bei der Saisoneröffnung waren die neuen Outfits bereits ein Verkaufsschlager. Viele Fans fanden über den Sonntag den Weg zum Stadion, wo sich ein erster Eindruck verschafft werden konnte.

Die Frauen des FC Carl Zeiss Jena im Testspiel gegen Viktoria Berlin
Am Rande der Saisoneröffnung konnten die FCC-Frauen viel aus dem Testspiel gegen Viktoria Berlin mitnehmen

Das Frauenteam von Trainer Florian Käsner musste vor etwa zwei Monaten den Gang in die 2. Liga antreten. Damit ging ein weitläufiger Kaderumbruch einher. Viele Leistungsträgerinnen nahmen Angebote von der Konkurrenz an. Die dadurch entstandenen Lücken wurden mit Neuzugängen gefüllt, die einen passenden Mix aus Erfahrung und Talent mitbringen. Gerade auf U19-EM-Teilnehmerin Elira Terakaj sollte man ein Auge werfen.

Die Transferankündigung zu Elira Terakaj mit Campusradio-Touch

Den ersten Test absolvierte die neu formierte Mannschaft gegen Liga-Rivale Viktoria Berlin. Zur Pause stand eine 2:0-Führung auf der Anzeigetafel, die durch ein aufmerksames defensives Stellungsspiel und die effiziente Chancenverwertung in Ordnung ging. Mit viel neuem Personal erarbeiteten sich die Gäste in der zweiten Hälfte zwar den Ausgleich – der Eindruck auf FCC-Seite trügte aber nicht. Das Team wirkt ausgeglichen und begegnet den neuen Aufgaben zuversichtlich.

Jena zeigt gegen Erstligisten die passende Frühform

Und auch bei den Männern sollen die Weichen für eine erfolgreiche Saison früh gestellt werden. Der Kader kam mit wenigen Abgängen aus, wurde dafür aber mit Rückkehrer Elias Löder, Ex-Hertha-Talent Luca Wollschläger und einigen Jugendspielern verstärkt. Auf der Trainerposition gab es ebenfalls einen Wechsel. Volkan Uluc verließ den Verein nach einem starken Saison-Endspurt. Dafür übernahm Marco Grote, der anders als viele seiner Vorgänger noch wenig mit dem ostdeutschen Fußball in Berührung kam. Den ersten Härtetest für den FCC gab es beim heiß erwarteten Freundschaftsspiel gegen Erstligist Union Berlin.

Doch ein Klassenunterschied machte sich fast nie in dieser Partie bemerkbar. Löder brachte die Jenaer nach etwas mehr als zehn Minuten nach einem hohen Ballgewinn in Führung. Weitere Nadelstiche und abgewehrte Torchancen änderten aber nichts am Ergebnis zur Pause. Wie groß die FCC-Vorfreude ist, wurde durch die mehr als 7.000 anwesenden Fans bei bestem Wetter eindeutig bestätigt.

Hessel-Verletzung drückt die Stimmung

Der zweite Durchgang brachte etwas weniger fußballerisches Spektakel. Jena stand überwiegend gut, konnte selbst aber kaum noch Chancen herausspielen. Aufgrund vieler Wechsel auf beiden Seiten war Spielfluss in dieser Phase Mangelware. Eine Gelegenheit ergab sich für den mutig aufspielenden Regionalligisten dann aber noch: Kevin Lankford nutzte viel Platz und schloss ein Dribbling hervorragend ab. Das 2:0 war das Endergebnis, nicht aber thematischer Schlusspunkt. Denn der bittere Wermutstropfen an diesem sonst rundum gelungenen Tag war die späte Verletzung von “Büffel” Maxim Hessel. Bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum verdrehte er sich das Knie und musste unter Schmerzen mit einer Trage in die Kabine gebracht werden. Leider hat sich ein langwieriger Ausfall mit dem Riss im linken vorderen Kreuzband bestätigt.

In der Mixed Zone drückte Kapitän Nils Butzen sein Mitleid aus: “Wenn das wirklich – und so sieht es leider aus – etwas Böses ist, dann ist das richtig scheiße.” Auch Trainer Grote sendete natürlich nur die besten Genesungswünsche an seinen Schützling. Abgesehen von diesem Schock zeigte er sich sehr zufrieden mit dem Auftakt und hofft, sich ein gutes Gefühl für den offiziellen Pflichtspielstart in zwei Wochen mitzunehmen. Für den FC Carl Zeiss Jena war dieser Tag auf jeden Fall ein Versprechen für eine aufregende Saison.