Am 24. April präsentierte das Volksaus Jena erneut den Science Slam. Der Abend bot eine Bühne für brilliante Nachwuchswissenschaftler*innen, die das Publikum mit ihren Forschungen auf kreativer Art und Weise begeisterte. Eure Eulen Alex und Lydia waren für euch vor Ort.

Jena hat wieder geslammt – und zwar wissenschaftlich. Am 24. April fand im Volkshaus der zweite Science Slam statt. Ein Abend voller Humor, überraschender Erkenntnisse und jeder Menge Applaus.

Fünf Nachwuchswissenschaftler*innen traten gegeneinander an. Ihr Ziel: die eigene Forschung in nur zehn Minuten verständlich und unterhaltsam präsentieren. Erlaubt war alles – solange es nicht gegen die Brandschutzverordnung verstößt.

Moderiert wurde der Abend von Rainer Holl, der locker durch das Programm führte. Zum Aufwärmen bezog er direkt das Publikum ein: Wer ist heute zum ersten Mal hier? Wer hat die Karten besorgt? Mit kleinen Mitmachfragen lockerte er die Stimmung, bevor es in den Wettbewerb ging. Der Sieger des Abends wurde am Ende per Applaus gekührt – Verschiedene Eskalationsstufen der Zuschauer inklusive. Als Timekeeper fungierte eine Zuschauerin – ausgestattet mit einer Fahrradklingel, die das Zeitlimit markierte. 

Den Auftakt machte Marie Gutsche aus Leipzig. Die Therapeutin sprach über die Wirtschaftlichkeit von Physiotherapie. Mit viel Witz und aktuellen politischen Bezügen – samt Friedrich-Merz-Memes – zeigte sie, warum Gesundheit kein Luxus sein darf.

Foroogh Ghorbani von der TU Dresden nahm das Publikum mit in die Welt der kognitiven Neurowissenschaft. Mit Superhelden-Vergleichen – von Thor bis Captain America – erklärte sie, wie Gehirnwellen zusammenarbeiten und Höchstleistungen bringen. Gleichzeitig zeigte sie, was passiert, wenn dieses Zusammenspiel gestört ist, etwa bei ADHS.

Vor der Pause wurde es medizinisch: Lisa Klein präsentierte ihre Forschung zu Kunstherzen. Sie erklärte anschaulich, wie das Protein ADAM die Blutgerinnung beeinflussen könnte und welche Rolle mechanische Reibung dabei spielt. Auch praktische Fragen aus dem Publikum kamen nicht zu kurz – etwa zur Batterielaufzeit von einem Kunstherz.

Nach der Pause erklärte Deniz Gedik, Doktorand an der Universität Jena, seine Forschung zur DNA-Reparatur und Zelltod. Er untersucht die Reparaturmechanismen von geschädigten Zellen, zum Beispiel Krebszellen. Dafür nutzt er die Magie von Lasertechnik um leuchtende Proteine zu erkennen.

Zum Abschluss wurde es kriminalistisch – zumindest im übertragenen Sinne. Entomologe Marcus Schwarz aus Leipzig erzählte vom „Insekten-Crime“ rund um den Violetten Ölkäfer. Mit viel Humor räumte er mit Mythen auf und lenkte den Blick auf den Schutz der Artenvielfalt.

Am Ende entschied das Publikum per Applaus. Standing Ovations und Jubelrufe blieben dabei nicht aus. Das Ergebnis war eine Premiere: ein Unentschieden. Lisa Klein und Marcus Schwarz teilten sich den Sieg – und die goldenen Boxhandschuhe.

Ein Abend, der gezeigt hat: Wissenschaft kann nicht nur informieren, sondern auch begeistern.

Bildrechte: Sebastian Ranke