Die CD der Woche: Art Brut – Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!

Art Brut melden sich nach fünf Jahren Stille mit einem Knall zurück. Im Gepäck haben sie ihr fünftes Studioalbum ‘Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!’. Ihren außerhewöhnlichen Namen schreiben Art Brut einer Kunstrichtung zu,…

welche von Jean Dubuffet ausging und vor allem die Kunst von Laien und ‘Outsidern’ zelebrieren sollte. Art Brut nehmen diese antiakademische Ästhetik in ihre Musik auf. Und auch auf ihrer neuen Platte nehmen sie die Rolle des Outsiders ein.

Treu geblieben ist die Band aber immer noch dem Indie Rock. Einflüsse von Britpop sind auch zu hören, beispielsweise in dem verspielten ‘Veronica Falls’. Mit klimpernder Gitarre und melodisch, eingängigem Sound lässt das Lied an The Kooks vor zehn Jahren denken. Fast schon radiotauglich kommt ‘I Hope You’re Very Happy Together’ daher. Es gibt die verspielte Gitarre, treibende Drums und Back Up Vocals sowie Bläser für den Gute-Laune-Faktor. Doch dann grätscht die Stimme Eddie Argos, des Frontsängers, dazwischen. Sein typischer fast gesprochener Gesang macht aus der Radiosingle einen Art Brut Song.  So ganz lässt sich die Band nicht salonfähig machen.

Art Bruts Songs wirken ehrlich, doch sollte man sie immer mit einem Augenzwinkern genießen. In ‘Awkward Breakfast’ geht es beispielsweise um ein seltsames Frühstück nach einem One Night Stand. Argos singt: “I don’t need this heartache, I just want some Cornflakes” und bringt damit die merkwürdige Situation auf einen Punkt. Ebenso ist ‘Good Morning Berlin’ mit einer Ladung Ironie versehen. Art Brut rechnen hier mit der Hauptstadt ab. Sie scheinen genervt von dem aufgebauschten Hipstertum der Stadt zu sein und sehnen sich wieder nach einer Zeit, in der Berlin noch nicht ins Unendliche gehypt wurde.

Insgesamt bleiben Art Brut mit ihrem neuen Album in ihrer Spur. Geblieben ist die Mischung aus Indie Rock und Britpop sowie die leicht ironischen Texte. 2003 gründete sich die Band. Seitdem machen sie ihre Musik und bestreiten den Fluch der Zeit, welcher Indie Rock eher als Relikt der 2000s einordnet. Und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Bild: Pressematerial

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