Spontane Demonstration gegen rassistische Veranstaltungsbeschreibung

Die Villa am Paradies veranstaltete letzten Mittwoch den 13.Juni anlässlich des Fußball-Em-Spiels Deutschland gegen Niederlande ein Public Viewing. In ihrer Veranstaltungsbeschreibung auf Facebook bezeichnete sie die Gegner als “Käsefresser”. Im Internet wurde daraufhin sofort zu einer Demonstration aufgerufen. Unser Kollege Freddie war vor der Villa

und hat  sich sowohl bei spontan organisierten Demonstranten als auch bei den Gästen der Veranstaltung umgehört, was sie von der rassistischen Äußerung halten.

[audio:https://www.campusradio-jena.de/wp-content/uploads/sites/5/2012/06/Villa-am-Paradies-Gespräch.mp3|titles=Villa am Paradies Gespräch]

Weitere Stellen des sehr umstrittenen Posts:

“Fußball spielt der Durchschnittsholländer zwar gern und oft, ist dabei aber nur selten besser als eine hinkende Kreuzung aus Enten und Bandwürmer”

“Damit die Holländer nicht immer gegen die Deutschen verlieren, haben sie ehemalige Sklaven aus ihren Kolonialgebieten verpflichtet. Um sie wie Holländer aussehen zu lassen streicht man einfach an, und zwar “Oranje boven!” also obenrum orangefarben”

[Im Zuge redaktioneller Änderungen vom 14.03.2021 wurde der vorliegende Beitrag verändert und die dazugehörige Bild-Datei entfernt. Sollten Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Chefredaktion unter redaktion@campusradio-jena.de]

90 Antworten auf „Spontane Demonstration gegen rassistische Veranstaltungsbeschreibung“

  1. Jan sagt:

    Facebook-Post am 3.6. von der Villa: OLÈ OLÈ – PORTUGAY ADÈ!! EM-LIVE & DANACH FEIERN – KOSTENLOS UND IN FARBE!
    Die Villa war schon immer für ihr Niveau bekannt! Der […][Laden*] sollte boykottiert werden, auch wenn es draußen regnet!! [*Anm. d. Redaktion: wir behalten uns bei Kommentaren vor, beleidigende Äußerungen zu entfernen, bitte achtet auf ein sachliches Niveau.]

  2. Heinrich sagt:

    Immer dieser linke Zeckenscheiß -_-
    Ist doch nur Fussball!!!!!!!!1

    1. caro sagt:

      was heißt denn hier: ist nur fußball. seit wann gibt es ausnahmen? der veranstaltungshinweis seitens der villa ist rassistisch und daneben und so etwas sollte nie runter gespielt werden.

  3. s.t. sagt:

    Krasser Facebook-Post. Welcher Nerd von der Villa hat denn da den Text geschrieben?

  4. Tante Ara sagt:

    Wer Rassismus und Kolonialismus lustig findet, hat schon lange aufgehört nachzudenken. Das es nur “nachgeplappert” sein soll, macht es nicht besser und bestätigt den ersten Satz.

    Wie wäre es, wenn der heute in der TLZ sich rechtfertigende Mathias Schütz an dieser Stelle oder auf der Website der niederländischen Botschaft mal als erfolglose und “hinkende Mischung zwischen Ente und Bandwurm” bezeichnet würde? Wie lustig fände er das? Nicht diskriminierend? Wieviel er außerdem geade zum Thema Kolonialisimus beizutragen hat, zeigt außerdem die völlig unkritisch übernommene Aussage zum Anmalen von Sklaven. Aus der Geschichte des Theaters weiß mensch, welche Rolle und welche Vor- und Darstellungen dahinter stehen. Stichwort sei hier Minstrel Shows.

    Wer schreibt, dass nur diejenigen protestieren, die wohl zuviel Zeit haben, bringt zum Ausdruck, dass arbeitendende Menschen derartiges billigen oder ignorieren. Welches Menschenbild habt ihr, welche sozialen Vorstellungen teilt ihr?

    Leider unterstreicht die Villa am Paradies, wie wirkmächtig Alltagsrassismus ist, wie weit verbreitet diese Einstellungen in der Bevölkerung sind (Nicht wahr Herr Jesse, das gibt doch nur am extremen Rand…) und wie sehr Fußball, Nationalismus und Rassismus beieinander liegen können. Klar dass die Polizei da keinen Grund sieht einzugreifen – ist ja völlig normal! Wer die Gfährlichkeit und Kontrollwürdigkeit von Menschen nach Hautfarbe beurteilt, kann darin nur “rassistische Normalzustände” sehen. Glückwunsch, Villa am Paradies! Ihr habt soeben eindrucksvoll gezeigt, wie wenig das Selbstbild von der weltoffenen Stadt der Toleranz und Verständigung zutrifft.

    Liebe Villa-Menschen: Eure Werbung ist einfach nur unsagbar dumm und unreflektiert. Eure Rechtfertigung zeigt, das ihr die Kritik nicht mal ansatzweise verstanden habt.

    Ara

    PS: Nur mal als Klarstellung “Ich habe schwarze Freunde” besagt nichts über rassifizierende Grundeinstellungen und whitenessgeprägte Erkenntnisbegrenzungen.

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