Die CD der Woche: Céu – APKÁ!

In dieser Woche stellen wir euch die brasilianische Singer-Songwriterin Céu vor. In ihrem neuen Album “APKÁ!” vermischt sie Aspekte der traditionellen brasilianischen Musik mit Elementen der elektronischen Musik. Das Ergebnis ist eine entspannte Mischung aus synthingen Beats und Gitarren Akkorden.

Auf dem Album “APKÁ!” setzt die Künstlerin Céu ihre Symbiose von traditioneller brasilianischen Musik und scharfen Elektrosounds fort. Schon auf ihrem letzten Album “Tropix” nahmen die elektronischen Einflüsse in ihrer Musik zu.

Bildquelle: Promomaterial

Dabei ist Céu umgeben von traditionell brasilianischer Musik und Jazz aufgewachsen. Ihr Vater war Musikwissenschaftler und die Musik war für Céu, wie eine eigene Sprache, über die sie mit ihrem Vater kommunizieren konnte.

Auch jetzt – Jahre später – ist die Musik für sie ein Sprachrohr, über das sie ihre Emotionen mit anderen teilen kann. Wie zum Beispiel im melancholischen 4. Song des Albums.

Als sie 18 war verbrachte Céu ein Jahr in New York, um dort mehr über Jazzsäger und -Sängerinnen zu lernen. Sie genoss die Zeit in der Metropole, ihr wurde aber klar, dass New York sie beeinflusste. Sie machte sich Sorgen ein “brasilianisches Album für Amerikaner” zu produzieren, wenn sie in New York bleiben würde. Das hielt sie für einen sehr traurigen Gedanken. Stattdessen wollte sie ihren brasilianischen Wurzeln treu bleiben und die Einflüsse, die sie in den USA gesammelt hatte in die brasilianische Musik einweben.

Mit ihrer besonderen Musikmischung ist Céu zu einer Bekanntheit auf Weltmusik- und Jazzfestivals geworden. Sie scheut sich aber nicht vor Ausflügen in die Gefilde der Pop-Musik. Wie im energiereichsten Song auf “APKÁ!” – “Forçar o Verão”.

Den Titel von Céus fünftem Album “APKÁ!” findet man in keinem Wörterbuch. Das erfundene Wort ist ein Ausruf ihres jüngsten Sohnes Antonio. Wann immer der kleine Junge sich freut oder glücklich ist, sei es wegen einem guten Essen oder einem Spiel, ruf er laut “APKÁ!”.

Das Thema Glück kommt in den Songs des Albums immer wieder auf – aber nicht auf die Art, die wir von der allgemeinen Pop-Musik kennen. Der Titel “Nada Irreal” erzählt von einer glücklichen Beziehung, die genau darum funktioniert, weil keiner der beiden Partner unrealistische Ideale oder Versprechungen in die Beziehung getragen hat.

Céu wusste schon mit 15, dass sie Musikerin werden wollte und arbeitete zielstrebig auf ihren Traum hin. Noch bevor sie 20 war, hatte sie Musiktheorie studiert. Trotz ihrer Ausbildung ist die Musik für sie etwas geblieben, dass man nicht kalkuliert “produzieren” kann. Ihre Songs sind für Céu der direkteste Weg, um mit Menschen in Verbindung zu treten. Es gibt keinen Filter, die Klänge gelangen direkt ins Ohr und lösen eine emotionale Reaktion aus. So klingt der Song “Fênix do Amor” wie ein surreales modernes Gedicht, das Céu untermalt von abstrakten elektro Sounds vorträgt.

Ihr erstes selbstbetiteltes Album veröffentlichte Céu 2005. Auf dieser Platte ist die Musik noch sehr traditionell und Céu singt alle Songs auf Portugiesisch. In den 15 Jahren ihrer Karriere, in denen sie auf zahllosen Festivals aufgetreten ist hat Céu die Einflüsse um sich herum aufgenommen und hat ihr eigenes Ding daraus gemacht. Es lohnt sich, in Céus erste Alben rein zuhören. Ihre musikalische Entwicklung über ihre fünf Alben mitzuerleben hat etwas davon einer Knospe dabei zu zusehen, wie von einem Folk-Keimling zu einer Elektro-Lilie mit Jazz Touch erblüht.

“APKÁ!” ist für die heißesten Sommertage auf Balkonien gemacht. Céus entspannte Stimme vermischt sich mit dem minimalistischen Downbeat zu einer kühlen Brise, mit der man auch an windstillen Tagen einen kühlen Kopf bewahren kann. “APKÁ!” von Céu, die Campusradio CD der Woche.