Seit Juli gibt es mit der Nightline Jena ein weiteres Zuhörangebot von Studierenden für Studierende. Anonym und vertraulich können sie dort besprechen, was sie gerade beschäftigt. Unsere Eule Julia hat sich das Angebot genauer angeschaut und die wichtigsten Infos für Euch zusammengetragen.
Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen – eigentlich die besten Bedingungen, um das Leben mit Freunden im Park, am See oder in Cafés zu genießen. Doch selbst bei bestem Wetter ist manchmal nicht alles Sonnenschein. Prüfungsstress, Streit in der WG oder das Gefühl, mit seinen Problemen allein zu sein: Auch im Studium kann die mentale Gesundheit zur Belastung werden. Laut dem aktuellen Dossier der Techniker Krankenkasse hat sich die psychische Gesundheit von Studierenden in den vergangenen Jahren verschlechtert. Mehr als ein Drittel der befragten Studierenden gilt demnach als burnoutgefährdet.
Ein niedrigschwelliges Angebot bietet seit kurzem die Nightline Jena an. Das Zuhör- und Informationstelefon richtet sich von Studierenden an Studierende. Das Konzept gibt es in Deutschland bereits seit 1994. Damals wurde die Nightline an der Uni Heidelberg ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es das Projekt in 30 Städten. In Jena ist die Nightline am 1. Juli gestartet.
Jeden Mittwoch zwischen 20 und 23 Uhr können Studierende die Nightline Jena erreichen. Worüber gesprochen wird, entscheiden die Anrufenden selbst. Dabei muss niemand seinen Namen nennen, das Gespräch bleibt anonym und vertraulich. Die Studierenden am anderen Ende der Leitung hören zu – wertfrei und ohne ungefragt Ratschläge zu geben. Im Mittelpunkt steht das aktive Zuhören.
Die Grundlage dafür sind die Grundsätze der nondirektiven Gesprächsführung nach dem Psychologen Carl Rogers. Das bedeutet: Die zuhörende Person gibt nicht vor, was richtig oder falsch ist oder wie ein Problem gelöst werden soll. Stattdessen steht das im Mittelpunkt, was die anrufende Person selbst erzählen möchte.
Die Nightline Jena wurde im Rahmen des interdisziplinären Projektseminars der Erziehungswissenschaft unter der Leitung von Susan Beatrice Müller ins Leben gerufen. Mit dem Zuhörtelefon soll niedrigschwellige Unterstützung auch in Jena sichtbarer und zugänglicher gemacht werden. Wer selbst Teil der Nightline werden möchte, kann ebenfalls mitmachen. Gesucht werden Studierende der FSU Jena oder der Ernst-Abbe-Hochschule aller Fachrichtungen. Vor ihrem ersten Einsatz am Telefon werden die Studierenden geschult. Dabei lernen sie die Techniken der nondirektiven Gesprächsführung und des aktiven Zuhörens, den Umgang mit belastenden Themen und auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu setzen.
Nicht für jedes Problem braucht es direkt eine Lösung. Manchmal hilft es schon, einfach gehört zu werden.
Mehr zur Nightline und zur Studie: https://www.fsv.uni-jena.de/82115/nightline-jenahttps://nightlines.eu/erreichbarkeit/https://www.tk.de/firmenkunden/gesund-arbeiten/gesundheitsberichterstattung/tk-dossier-2026-wie-gehts-deutschlands-studierenden-2218660?tkcm=aaus