KAFVKA sind insbesonder für ihren Song “Alle hassn Nazis” bekannt, der gerne auf Demos gespielt wird. Aas sie aber gerne noch erreichen wollen, haben sie uns nach ihrem Auftritt beim HIGHFIELD verraten.

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CRJ: Zu aller erst die wichtigste Frage, wie war der Auftritt für euch?

Alessio: Es war krass auf jeden Fall und es war auch richtig energetisch. Der Unterschied zu den Soli-Shows, die auch mega cool und mega schön waren, aber dann auf einmal vor so vielen Menschen zu stehen, und man weiß ja auch immer nicht, so ist es halt irgendwie noch so mitten am Tag und Sonntag, und sind die Leute noch im Zelt oder was geht ab? Und dann war es auf einmal so BOOM! Und das war so ein richtig cooler, krasser Abschluss und ich bin absolut fertig davon auf die beste mögliche Art und Weise.

CRJ: Vor kurzem habt ihr mit anderthalb Wochen Vorlaufzeit spontan in Marzahn ein Soli-Konzert gegeben. War das von Anfang an für euch eine klare Entscheidung, dass ihr das machen wollt?

Philipp: Ja, ich glaube ja. Es war ziemlich viel Hin und Her auf jeden Fall. Und es war super kurzfristig.

Jonas: Also das passte vom Timing einfach ultra gut, weil wir gerade wegen dem neuen Song Widerstand eben überlegt haben, okay, wir müssen jetzt vor den Wahlen einfach nochmal zu den Leuten direkt hin, wo einfach so selten große Demos sind, wo so selten Leute aus den Städten hinfahren. Und Marzahn ist zwar Berlin, aber es ist halt auch abgeschlagen im Osten und hat sehr viele scheiß AfD- und CDU-Umfragewerte. Und da das aber für uns relativ nah am Proberaum ist, so ein bisschen unser Neighborhood, dachten wir, okay, da müssen wir supporten, als diese Anfrage kam und dachten so, ey, lass uns das möglich machen. Und die Leute von der Orga waren halt auch super nice und kamen uns sehr entgegen und waren auch happy, weil sonst stehen sie eben, weil niemand aus Kreuzberg da hinfährt normalerweise, stehen sie da mit 30 Leuten und so einem Ghetto-Blaster und jetzt waren 600 Leute da und das war halt richtig geil. Und Lara Hulo, eine Freundin von uns, ist auch noch mitgekommen spontan und das war einfach voll der nice Tag auch.

CRJ: Wenn wir jetzt mal davon ausgehen würden, es gäbe eine Utopie, alles ist super, es gibt keine Benachteiligung mehr, worüber würden dann eure Songs gehen?

Alessio: Liebe, das Leben.

Jonas: Ja genau, also ich schreibe halt ständig alles auf, was mich so bewegt und aus manchen Sachen werden halt Songs, aus manchen nicht und ich glaube auch, in der Utopie hätte ich Dinge, die mich persönlich bewegen und emotionalisieren, so wie alle anderen Menschen auch und die würde ich dann aufschreiben.

Philipp: Wir können ja auch unsere Songs dann umschreiben. Tanz ohne Schmerz und so, das geht auch.

Alessio: Wir werden auf jeden Fall keine Blues-Coverband oder so.

CRJ: Durch eure politische Haltung erfahrt ihr sicherlich nicht nur Zuspruch. Wie geht ihr mit Hasskommentaren oder Ablehnung um?

Alessio: Ich kann das gut verdrängen einfach, weil es irgendwie, ich meine, daraus schöpfe ich persönlich keine Kraft irgendwie und ich verdränge es eigentlich oft zu einem gewissen Maß, ja.

Jonas: Ja, also ich mache bei uns viel Social Media und auch Hate-Kommentare sind gut für die Reichweite, also danke Leute, ihr rechten Deppen, macht mal ruhig weiter. Ihr juckt uns nicht so, also ihr pusht uns nur, also let’s go.

CRJ: Bei den aktuellen Entwicklungen in Deutschland sind viele Menschen ja auch ein bisschen resigniert. Was würdet ihr Menschen mitgeben, die einfach gerade nicht mehr wissen, wie sie weitermachen sollen?

Philipp: Wir können denen halt nur zeigen durch unsere Präsenz, hey, ihr seid nicht alleine. Aber was sollten wir da sagen, wenn Menschen halt jeden Euro umdrehen müssen oder so? Was soll man denen da für Tipps geben? Das wäre ja absolut daneben. Also, nee, uns geht es halt wirklich darum, Menschen zu empowern, linke Arbeit zu empowern und halt auch Menschen definitiv auch zu politisieren. Und damit halt dieser Rechtsruck gestoppt wird und halt vielleicht auch mal umgedreht wird.

CRJ: Und ich glaube auch, dass alleine zu spüren zu bekommen, dass man es nicht alleine auch einfach schon super viel gibt, so ganz viele Menschen um sich zu haben, ist, glaube ich, immer ein guter Energieschub. Ihr habt schon sehr, sehr viel erreicht: Ihr habt Alben gemacht, ihr habt Kooperationen mit anderen Leuten gehabt, ihr wart auf Tournee und sogar im Bundestag wurdet ihr auch schon zitiert. Gibt es noch Träume oder Meilensteine, die ihr erreichen möchtet?

Philipp: Was würden wir noch gerne machen? Auf jeden Fall noch einige Features, würden uns wahrscheinlich noch freuen, so auch mit aktuellen KünstlerInnen wie Tristan Brusch oder so. Nee, aber wenn man jetzt so wirklich in diese ganz großen Träume geht, vielleicht auch mal so mit den großen internationalen Bands mal spielen. Ich würde sehr gerne mit Purge mal spielen.

Jonas: Mein großer Traum wäre, dass wir das einfach noch 20 Jahre weitermachen, auch entspannt so. Und egal, ob das Level mal ein bisschen runtergeht von der Bekanntheit oder nicht. Oder ob es so bleibt oder noch größer wird. Ich glaube, so wie wir jetzt gerade sind, sind wir schon so happy mit allem, was wir tun dürfen, was für Privilegien wir haben, dass wir Leute erreichen, dass Leute das fühlen, was wir machen. Und das ist so wunderschön, das bitte einfach fortführen, 20 Jahre.

CRJ: Vielen Dank für eure Zeit. Hat uns ganz viel Spaß gemacht!

Bild: Thomas Tiefseetaucher

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