Prüfungsstress, Zukunftssorgen, Konflikte mit anderen oder das Gefühl, mit Problemen allein dazustehen – solche Herausforderungen gehören für viele Studierende zum Alltag. In solchen Situationen kann es helfen, mit jemandem zu sprechen. Doch nicht immer fällt es leicht, sich Freunden, der Familie oder professionellen Beratungsstellen anzuvertrauen. Genau hier setzt die CampusCouch an. Das kostenlose Angebot von Studierenden für Studierende bietet ein offenes Ohr für Menschen, die Unterstützung suchen und vermittelt bei Bedarf weiterführende Hilfsangebote. Wie die CampusCouch arbeitet und an wen sich das Angebot richtet, darüber hat unsere Eule Anne mit Mathilda und Laura von der CampusCouch gesprochen.
Prüfungsstress, persönliche Krisen oder einfach Redebedarf – manchmal hilft schon ein offenes Ohr. Genau das bietet die CampusCouch in Jena: ein kostenloses und vertrauliches Gesprächsangebot von Studierenden für alle, die Unterstützung suchen.
Wer das Angebot noch nicht kennt, fragt sich vielleicht: Was passiert eigentlich bei einem Besuch bei der CampusCouch?
(Mathilda): “Wir sind einfach eine Gruppe von Studierenden, die sich auf freiwilliger Basis einmal die Woche treffen und einfach ein Zuhör-Angebot sein wollen von Studierenden für Studierende bzw. für alle Menschen, die vielleicht ein Problem haben oder denen es gerade nicht so gut geht. Genau, wir möchten einfach ein offenes Ohr sein.”
(Laura): “Genau, und entsprechend können sich eben Alle an uns wenden, die mental belastet sind oder derzeit in einer Krisensituation sind, vielleicht jemanden brauchen, mit dem sie ihre Gedanken sortieren können.”
Mit welcher Art von Sorgen oder Themen kommen Studierende typischerweise zu euch?
(Mathilda): “Das ist ganz unterschiedlich: Probleme in der Familie, Probleme in Beziehungen und ganz oft einfach sehr viele Probleme in verschiedenen Lebensbereichen, die dann so zusammenkommen.”
(Laura): “Und dafür sind wir da, um auch vielleicht manchmal den Kopf zu sortieren und zu schauen, in welchen Lebensbereichen kann ich mich jetzt zuerst orientieren. Was hat vielleicht Priorität für mich, was nicht. Oder was sind vielleicht auch Probleme, die ich jetzt erstmal mit den Ressourcen, die ich habe, nicht lösen kann – wo ich vielleicht professionellere Hilfe in Anspruch nehmen sollte, die wir jetzt vielleicht nicht bieten können.”
Was unterscheidet die CampusCouch von einer professionellen Therapie oder psychologischen Beratung?
(Laura): “Der große Unterschied ist auf jeden Fall, dass wir ja keine ausgebildeten Therapeut*innen sind, sondern wir sind Studierende. Das bedeutet, wir haben regelmäßige Supervisionen, wir sind natürlich in Gesprächsführung geschult und versuchen uns da anhaltend zu sensibilisieren, aber es ist kein Therapieangebot und wir bieten eben keine Interventionen an.”
(Mathilda): “Was wir auf jeden Fall leisten wollen ist dieses ganz niederschwellige Angebot, das vielleicht auch wenig Überwindung kostet für die Menschen, sich bei uns zu melden und einfach diese Erfahrung, dass das ein offenes Ohr ist und das jemand zuhört und jemand da ist für einen.”
Gilt euer Beratungsangebot ausschließlich für Studierende oder können alle Menschen, die davon hören, zu euch kommen?
(Mathilda): “Nein, es geht auf jeden Fall an alle Menschen. Also wir freuen uns einfach immer, wenn Gesprächsanfragen reinkommen, wenn wir da unterstützen können. Deshalb meldet euch gerne, auch wenn ihr nicht studiert!”
Wie viele Anfragen bekommt ihr so? Wie wird euer Angebot bisher genutzt?
(Mathilda): “In den Prüfungsphasen kommen ein paar mehr Gesprächsanfragen, das merkt man einfach. Über die Semesterferien dann gar nichts. Wir sind natürlich trotzdem immer erreichbar und gucken auch, dass wir es so verteilen, dass selbst, wenn eine Anfrage in der Ferienzeit rein kommt, dass wir dann trotzdem was anbieten können.”
Viele haben Hemmungen, sich Hilfe zu suchen. Was würdet ihr jemandem sagen, der unsicher ist, ob sie oder er sich bei euch melden soll?
(Mathilda): “Also wenn ich mir vorstelle, dass ich mit einer guten Freundin rede und sie fragt mich, was ich dazu denke, würde ich sagen: Versuch’s doch einfach. Das ist so wie gesagt diese Niederschwelligkeit, es ist eine E-Mail geschrieben und man kann sich jederzeit umentscheiden. Man kann auch das Gespräch jederzeit abbrechen, wenn einem das zu viel wird oder eine Pause machen, wir sind da sehr flexibel. Also ich würde einfach sagen: Hey, was hast du zu verlieren? Es ist vielleicht der erste Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht mal eine objektive Sicht von jemandem, den du noch gar nicht kennst. Vielleicht hilft es dir ja!
Wie genau kann man sich an euch wenden und wie läuft das dann ab?
(Laura): “Das passiert eben in der Regel per E-Mail. Also es wäre super, wenn die Personen, die das jetzt hören und sich vielleicht angesprochen fühlen von unserem Angebot, uns einfach eine E-Mail schreiben an campus.couch@uni-jena.de. Und in der Regel läuft das so ab, dass sich eine Ansprechperson dann zeitnah zurückmeldet und einen Termin vorschlägt bzw. mehrere Termine, aus denen man sich einen aussuchen kann und gleichzeitig eben Ort und Zeit mit der Person festlegt, wo man auch dann entsprechend ziemlich flexibel ist und eben sich aussuchen kann, möchte man einen Spaziergang unternehmen oder möchte man sich drinnen in irgendeiner Lokalität treffen. Und dann hat man in der Regel eine Stunde Zeit um sich gemeinsam den Gefühlen, Gedanken und Problemen der Person zu widmen. Und halt einfach ein neutrales Gegenüber zu haben mit dem man alles besprechen kann.”
(Mathilda): “Also wie gesagt, wenn ihr jemanden kennt, der Probleme hat, vielleicht auf uns aufmerksam machen oder wenn ihr selber überlegt euch zu melden, macht das voll gerne! Wir sind voll gerne für euch da. Schreibt uns einfach eine E-Mail und wir melden uns dann bei euch zurück.”
Hier gehts direkt zur CampusCouch: Website | Instagram | Mail: campus.couch@uni-jena.de
