Der dänische Singer-Songwriter Nicklas Sahl hat sein neues Album herausgebracht und einfach nach sich selbst benannt: “nicklas”. Wie er feinfühlig seine eigenen Geschichten und Gefühle reflektiert  – das erfahrt ihr hier von Musikeule Leo.

Einfach mal innehalten, anhalten, atmen statt mitzurasen – genau dazu animiert einen Nicklas Sahls neues Album. Der dänische Singer-Songwriter gehört mit zu den vielversprechendsten Pop-Sängern seines Landes. Mit seinem letzten Album ermöglichte sich der Alt-Pop-Sänger seinen Durchbruch in der dänischen Popwelt. Doch auch außerhalb der Landesgrenzen haben Fans ihn entdeckt und feiern ihn für seinen stilvollen wie zeitlosen Pop.

Anfang März diesen Jahres ist er zurückgekehrt mit seinem neuen Album, welches er schlicht “nicklas” nennt – so wie sich selbst. Diese Schlichtheit in der Titelwahl ist kein Zufall: sie spiegelt die Art und Weise wider, wie der gebürtige Däne seine Musik in diesem Album angeht – mit den Ursprüngen seiner Kunst, dem Songwriting und der Gitarre. Bekannt geworden ist er für sein detailverliebtes, handgemachtes Gitarrenspiel und melancholische Stimme, die essenzieller Teil seiner catchy Kompositionen sind. Musikalische Inspiration holt er sich dafür bei Paul Simon, aber auch Ähnlichkeiten zu Mika oder Olly Murs kann man heraushören.

Mutig probiert sich Nicklas nun auf dem gleichnamigen Album in verschiedenen Musikstilen aus: er bewegt sich dabei mühelos zwischen Pop-Balladen wie “Love of my life” und Americana geprägten Songs wie “Hurrying up to die”. In letzterem Song, “Hurrying up to die”, möchte er nicht ein Gefühl der Todeslust propagieren, sondern reflektiert eher über eine existentielle Frage. Die Frage, wie man in diesem von Selbstoptimierung getriebenen Leben im rastlosen Rennen mit dem Tod noch im Hier und Jetzt leben kann. Nicht so richtig, stellt er fest. Und genau diese Antwort und die Konsequenzen dieser, kann man in seinem aktuellen Werk hören: der Sound ist entspannt, aber nie beliebig. Nicklas Sahl nimmt das Tempo aktiv heraus und lädt mit seiner Stimme zum Verweilen und Luftholen ein. Währenddessen reflektiert er über eigene Unvollkommenheiten und zelebriert die Kräfte, die in menschlicher Unperfektheit liegen. Wie zum Beispiel im ersten Song des Albums “Little Boy” in dem er von seinem eigenen inneren Kind singt und versucht, diesen “Little Boy” zu akzeptieren und mit ihm zusammenzuarbeiten.

Von so viel Gefühl und persönlichem Songwriting verbleibt man beruhigt und doch belebt nach dem Hören des Albums – und genau deshalb küren wir “nicklas” zum Album der Woche des Campusradio Jena.