Bericht: Die Geminiden

Ein Blick in den Sternenhimmel ist ein Blick in die schier grenzenlose Weite des Alls. Am Firmament sehen wir das Licht von Sternen scheinen, die schon vor Millionen von Jahren erloschen sind – ihr letzter Lichtstrahl hat uns nur noch nicht erreicht. In manchen Nächten ziehen jedoch noch ganz andere außerirdische Wanderer über unsere Köpfen hinweg. Sternschnuppen zum Beispiel.

Mitte Dezember sind wieder die Geminiden am Nachthimmel zu sehen – einer der größten Meteorströme des Jahres. Innerhalb einer Umkreisung der Sonne streifen mehrere Sternschuppenschauer über die Erde hinweg. Im Sommer kann man die Peresiden bewundern und im November waren es die Leoniden.Dass die Meteorströme immer zur gleichen Zeit auftreten ist kein Zufall. Die Erde kreuzt auf ihrem Weg um die Sonne die Bahnen von mehreren Kometen. Der Komet, welcher die Peresiden erzeugt, ist der Swift-Tuttle Komet. Er kreuzt die Laufbahn der Erde alle 133 Jahre, durch die Nähe der Sonne verlieren Kometen etwas von ihrer Masse in Form von Gas und Staub – wir sehen das als Kometenschweif.Tritt ein Meteorstrom auf, durchfliegt die Erde den erkalteten Kometenschweif und die Überreste des Kometen verbrennen als Sternschnuppen am Himmel.

Anders als die Peresiden und die Leoniden stammen die Geminiden nicht von einem Kometen sondern von einem Asteroiden. Während Kometen meist aus Eis und Staub bestehen, sind Asteroiden Gesteinsbrocken und werden auch als Zwergplaneten bezeichnet. Die Geminiden verdanken wir dem Zwerg Phaeton. Der unförmige Asteroid mit einem Durchschnittsdurchmesser von 6 km hinterlässt auf seinem Weg um die Sonne eine Brotkrumenspur aus Gesteinsstücken. Wenn diese in die Atmosphäre eintreten ziehen sie bei ihrem Feuertod langsamer über den Nachthimmel als die Staubpartikel der Kometen, weil sie langsamer in die Atmosphäre eintreten. In den kommenden Nächten ist also genug Zeit, um sich etwas zu wünschen, bevor die Sternschnuppe verglimmt.

Ihren Namen tragen die Geminiden wegen des Sternbildes Zwilling. Dessen lateinischer Name ist gemini und die Sternschnuppen des Meteorstromes fallen aus diesem Sternbild auf die Erde hinab.

Menschen in kleineren Großstädten müssen nicht traurig sein – die Geminiden leuchten besonders hell. Da kann man trotz der Lichtverschmutzung einen Blick auf die ein oder andere Sternschnuppe erhaschen. Ansonsten empfiehlt es sich die Schneehose über die dicken Strumpfhosen zu ziehen, Schicht über Schickt zu streifen – am besten alles in schwarz. Und sich etwas abseits der Lichter ein Plätzchen zu suchen, von dem aus man den Himmel betrachtet.

Bildquelle: Lucas Pate on Unsplash

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