Die Dortmunder Indie-Band Bruchbude mag den aufmerksamen Campusradio-Hörer:innen bereits bekannt vorkommen: Ihre Songs laufen bei uns häufiger in der Rotation. Damit es dabei nicht langweilig wird, legen Bruchbude mit einem neuen Album nach. Alle Infos zu “Wer nichts hat, kann nichts verlieren” gibt’s hier im Beitrag.
Eine Grundschule in Dortmund in den frühen 2000ern. Hier beginnt die Geschichte der Band Bruchbude, die nicht nur auf der Bühne oder im Tonstudio eine Einheit bilden, sondern auch Freunde seit Kindertagen sind. Inzwischen fast schon alte Hasen in der Musikwelt veröffentlichen sie mit “Wer nichts hat, kann nichts verlieren” ihr neustes Werk.
Bruchbude, das sind Finn, Jonas, Luis, Yuto und Lasse. Ihr Bandname bezieht sich auf ihr erstes eigenes Studio: eine alte Laube im Garten der Eltern von Finn und Jonas. Nach “Kiosk” 2023 und “eigentlich perfekt” 2025 ist “Wer nichts hat, kann nichts verlieren” bereits ihr drittes Studioalbum. Die Musik von Bruchbude bietet eine bunte Mischung aus Chaos, Wut, Selbstfindung und verdrehtem Optimismus und lässt sich musikalisch einordnen zwischen Indie-Rock und -Pop. Dass das ankommt, beweisen zahlreiche Festivalauftritte und eine Nominierung für den popNRW-Preis 2024.
In insgesamt zehn Songs kehren Bruchbude in “Wer nichts hat, kann nichts verlieren” ihr Inneres nach Außen: Gemeinsam mit dem Lumpenpack nehmen sie in “abgefucked” den Zustand einer Gesellschaft auseinander, in der “Faschisten bei Lanz” sitzen und “Idioten Grenzen schließen“. Einen Kontrast dazu bildet “Der letzte Optimist”, in welchem der Glaube daran, dass alles wieder gut wird, noch nicht aufgegeben wird. In “Honestly” stellen sie sich den Unsicherheiten des Lebens, bei denen “am Ende nur der Tod” sicher ist und in “Atme ein” wird einfach mal losgelassen und ausgerastet. Eine Lösung für Gefühle einer gewissen Perspektivlosigkeit, mit der Menschen im Leben immer wieder konfrontiert werden, bietet der Titeltrack des Albums: “Probier es positiv zu sehen, denn wer nichts hat, kann nichts verlieren“. Neben inhaltlich tief berührenden Tracks wird das Album immer wieder aufgelockert durch Songs, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen. So ist der Track “Rockstars” eine humorvolle Abrechnung mit der Langeweile der eigenen Generation, in der “alle früh im Bett” sind und in der es “keine Drogen, keinen Sex, keine scheiß Rebellion” gibt. Vielleicht, würde sich das ändern, wenn die Menschen mehr auf Konzerte gehen. Die sind der Band zufolge nämlich “Die beste Schule”.
Bruchbude liefern mit mit “Wer nicht hat, kann nichts verlieren” tanzbaren Indie-Sound und Texte, die so ehrlich, direkt und authentisch sind, dass sie unter die Haut gehen. Wir schnüren die Tanzschuhe, machen uns auf den Weg zu ihrem nächsten Konzert und küren Bruchbude mit “Wer nichts hat, kann nichts verlieren” zu unserem Campusradio Jena Album der Woche.
Mehr zu Bruchbude im Campusradio gibt’s im Interview mit Finn und Jonas und im Album der Woche zu ihrem letzten Album “eigentlich perfekt”.