Viele Bands stecken sehr viel Herzblut und Persönlichkeit in ihre Musik und was alles hinter einem neuen Album steckt, das sieht man oft erst, wenn man sich tiefer mit dem Album beschäftigt. Ob das auch bei Secret Love, dem neuen Album der Band Dry Cleaning, der Fall ist, das haben unsere Eulen Lea und Flo für euch herausgefunden.

Jung und spontan sein, aus Spaß Musik machen und dann plötzlich berühmt sein? Das klingt nach einigen Artists, die wir im Programm haben. Doch bei der Band Dry Cleaning sah der Weg etwas anders aus. Denn als sie durch die Songs Sweet Princess (2018) und Boundary Road Snacks and Drinks (2019) bekannt werden, sind sie bereits in den 30ern, haben feste Jobs und sich bewusst dafür entschieden professionell Musik zu machen.

Doch wer sind Dry Cleaning eigentlich? Sie sind eine vierköpfige Band aus Südlondon. Und schon bevor sie beschlossen, gemeinsam Musik zu machen, verbindet die vier eine tiefe Freundschaft. Die Vier – das sind Frontfrau Florence Shaw, Gitarrist Tom Dowse, Schlagzeuger Nick Buxton und Bassist Lewis Maynard. Wie bereits erwähnt, waren alle eigentlich schon fest im Berufsleben, so unterrichtete Florence Shaw zum Beispiel an einer Uni Kunst. Doch 2020 beschloss sie ihren Job zu kündigen und sich nur noch auf die Musik zu konzentrieren.

Das Album Secret Love ist nicht nur etwas besonderes, weil die Band gemeinsam die einzelnen Songs geschrieben und komponiert hat, sondern auch weil sie daraufhin mit den Demos zu verschiedenen Musiker*innen gegangen sind und sich das Album in verschiedenen Studios gleichzeitig weiter entwickelt hat. Dadurch bekam jeder Song eine ganz besondere Note. Die Songs I Need You und Hit My Head All Day wurden vom Londoner Fish Factory Studio geprägt, das bekannt ist für seine Jazz-Produktionen mit gutem Raumklang. Die Songs Blood und Evil Evil Idiot, welche die dunkelsten Songs des Albums sind, wurden von der Gilla Band in Dublin weiter “vergiftet”.

Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit dem, was in Florence Shaw vorgeht. Denn sie wollte zum Ausdruck bringen, wie sich die Spannung zwischen gesehen werden wollen und sich am liebsten verstecken anfühlt. Sie findet selbst, dass das Album ein sehr Dunkels und trauriges Album geworden ist. Dennoch beschreibt Florence sich selbt als Optimistin. Und auch, wenn Songs wie Evil Evil Idiot, Blood und Cruise Ship Designer die Gesellschaft, Kriege und Influencer kritisieren und vor Augen führen, wie problematisch die Menschheit sich derzeit verhält, bringt der Song Stumpwork eine hoffnungsvolle Note mit rein. Mit dieser endet das Album dann auch.

Die Mischung aus Persönlichkeit und Gesellschaftskritik, die in dem Album steckt, macht es sehr besonders und aktuell. Und somit ist Secret Love von Dry Cleaning mehr als verdient unser Campusradio Jena Album der Woche.

Bildrechte: Dry Cleaning