An diesem Wochenende war eine ganze Menge drin. Neben absolutem Nervenkitzel für die FCC-Frauen im DFB-Pokal hatten es die Männer in der Regionalliga etwas entspannter. Die Basketballer von Science City Jena hatten dagegen eine große Chance, sich weiter aus dem Abstiegskampf rauszuhalten.
Oh man. Was war das für ein Kampf und wie bitter mussten sich die Frauen des FC Carl Zeiss Jena aus dem DFB-Pokal verabschieden? Aber noch einmal von vorn! Dass es die Jenaerinnen überhaupt ins Halbfinale schafften, glich bereits einer Sensation, war aber keinesfalls unverdient. Über Chemie Leipzig, Union Berlin und den SC Sand wurde das Ticket für die vorletzte Runde kämpferisch gebucht. Dort wartete am Sonntag der VfL Wolfsburg, der so erfolgreich wie kein anderer Verein auf den DFB-Pokal blickt. Dementsprechend war die Favoritinnenrolle vor dem Duell zwischen dem FCC und den elfmaligen Titelträgerinnen im Ernst-Abbe Sportfeld klar verteilt.
Doch Jena zeigte, dass die vergangenen Wochen durchaus Selbstvertrauen geben konnten. Die Mannschaft von Florian Kästner um die Stützen wie Toma Ihlenburg, Jasmin Janning oder Olivia Alcaide zeigte sich von Beginn an mutig und störte die Wolfsburgerinnen früh. Eine packende erste Hälfte endete mit guten Chancen auf beiden Seiten. Insgesamt 2.114 Fans im Stadion sahen, wie sich auch der zweite Durchgang offen gestaltete. Es war Torhüterin Janning, die den FCC mit einem überragenden Reflex in die Verlängerung rettete.
Nervenkitzel im Elfmeterschießen: Jenas Frauen verpassen die riesige Überraschung
Dort blieb das Muster ähnlich. Die Gäste liefen an, während Jena den eigenen Strafraum dichtmachte. Immer wieder Janning und der große geschlossene Kampf durch alle Mannschaftsteile hinweg machten dann tatsächlich das Unmögliche möglich. Es ging ins Elfmeterschießen. Und weil Bonsu, Ihlenburg, Reuter und Mühlemann trafen und der VfL bis dato einen Strafstoß vergab, war das Finale zum Greifen nah. Doch der jungen Felicia Sträßer und Comebackerin Fiona Gaißer fehlte das Abschlussglück. Wolfsburg zeigte keine Nerven mehr und beendete die Träume des FCC nach großem Einsatz auf bitterste Weise.
Angreiferin Melina Reuter musste am Mikrofon des Campusradio auch erst einmal durchatmen und wusste um die große Chance an diesem Samstagabend: “Also ich bin eigentlich sprachlos. Es war wirklich so anstrengend dieses Spiel. Ich glaube, dass wir das bis zur letzten Minute sehr, sehr gut verteidigt haben. Wir hatten auch ein, zwei Chancen, die wir vielleicht hätten noch ein bisschen besser ausspiegen können, wo wir dann vielleicht auch den Lucky Punch hätten, auch selber ein Tor zu schießen. Dann gehst du mit 0:0 in die Verlängerung, ins Elfmeterschießen. Und ich glaube, dann ist es sogar noch umso ärgerlicher, wenn du das im Elfmeterschießen verlierst. Wo du sogar den Ball hattest, es auszumachen. Natürlich ist es jetzt super, super ärgerlich. Trotzdem: In ein paar Tagen werden wir sehr, sehr stolz sein, für die Leistung, die wir auf den Platz gebracht haben. Jetzt überwiegt halt so ein bisschen die Enttäuschung, würde ich mal sagen, aber ich glaube, in ein paar Tagen ist es einfach nur noch purer stolz.”

Bei Trainer Florian Kästner überwog trotz der Enttäuschung der Stolz auf eine unfassbare Teamleistung: “Sehr stolz. Also ich habs zu Beginn der Verlängerung gesagt, in der Halbzeit von der Verlängerung, vor dem Elfmeterschließen: Dass ich auf das, was wir jetzt schon erreicht haben, sehr, sehr stolz drauf bin. Überwiegt auch momentan und dann ist es trotzdem der eine Schuss davor, um uns Finale einzuziehen.”
Für die FCC-Frauen geht es dann erst am 25. April mit dem extrem wichtigen Ligaspiel in Essen weiter. Vier Partien bleiben dem aktuellen Tabellenletzten noch, um doch noch die Klasse zu halten. Die packenden 120 Minuten gegen Wolfsburg dürften dafür aber viel Selbstvertrauen gegeben haben.
Erfolgreicher FCC-Alltag in der Regionalliga – Wie sicher sind die Basketballer?
Der Rückenwind wird auch beim Regionalliga-Team des FCC nicht weniger. Nach dem historischen Thüringenpokal-Halbfinale gegen Rot-Weiß Erfurt konnten die nächsten Aufgaben im Liga-Alltag erfolgreich abgehakt werden. Am Samstag gab es vor heimischem Publikum einen 1:0-Erfolg gegen Luckenwalde. Der formstarke Emeka Oduah konnte sich als einziger Torschütze eintragen. Auf Spitzenreiter Lok Leipzig ist der Abstand aber wohl schon zu groß. Gewinnt Jena auch das nächste Nachholspiel am Mittwochabend zuhause gegen Zwickau, wären es sieben Punkte Rückstand. Dafür bräuchte es schon ein blau-gelb-weißes Wunder.
Eine große Chance verpasste dagegen Science City. Die Basketballer waren auswärts bei den Bamberg Baskets gefordert, verpennten den Start ins Spiel aber komplett. Nach einem 0:12-Start liefen die Korbjäger fast das komplette Spiel hinterher. Dennoch war der kämpferischen Leistung einiges abzugewinnen. Die 81:75-Niederlage war mit der Gewissheit verbunden, dass deutlich mehr drin war. Und das hätte beim Blick auf die Tabelle auch geholfen. Zwar hält sich der Aufsteiger mit zehn Siegen noch komfortabel vor der gefährlichen Zone – den ein oder anderen Sieg wird es in dieser Saison aber noch brauchen. Die nächste Gelegenheit wartet am kommenden Samstag in der Sparkassen-Arena gegen Würzburg.