… ist es bekanntlich Zeit, aufzuhören. Den Ratschlag hat sich auch unsere Eule Viki zu Herzen genommen. Am Ende ihres Bachelors angenommen, ist sie jetzt bereit, das heimelige Jena und unser Eulennest zu verlassen. Nach fast zweieinhalb Jahren Campusradio Jena lässt es sich unsere eingefleischte Eule aber nicht nehmen, noch einige letzte Worte an uns und euch zu richten!

Dass ich ein Händchen fürs Texten habe, war mir ja eigentlich eh immer klar. Als es dann für mich also vor gut drei Jahren nach Jena ging, hatte ich schon so ein Gefühl, dass ich mich in journalistischen Gefilden finden würde. Damals habe ich aber fest damit gerechnet, beim AKRÜTZEL anzufangen, und nicht beim Campusradio. Rückblickend betrachtet kann ich aber nur sagen: Zum Glück kam es anders, als gedacht!

Gute zweieinhalb Jahre hat mich das Campusradio Jena nun begleitet. In der Zeit habe ich vieles lernen dürfen, und auch lernen müssen: Mich beispielsweise kurz zu fassen – und selbst das klappt noch nicht immer! Auch Schnittprogramme zu händeln, das Mischpult zu bedienen und ein minutengenaues Zeitgefühl habe ich mir im Campusradio angeeignet – und wie man per Mail so lange nervt, bis es eine Antwort gibt! Die wichtigsten journalistischen Grundlagen kann man hier also ziemlich gut trainieren – kein Wunder bei so viel Zeit, die einem das Campusradio auch gerne mal abverlangt. Wie oft bin ich unausgeschlafen die Treppe zur Moderation hochgestolpert? Wie viele Wochenendschichten habe ich im künstlichen Schein der PCs verbracht, auch mal nach dem ein oder anderen Blockseminar? Und wie viele Minuten in Vorlesungen und Seminaren sind dafür draufgegangen, lieber mal die Mails zu checken, statt aufmerksam zu lauschen?

Und doch – ich würde es wieder und wieder tun! Nicht nur, weil es mir handwerklich viel gebracht hat – auch, wenn das ein Bonus ist. Nicht nur, weil ich hier meinen Drang zum Scheinwerfer auch ungeschminkt und in einer gesellschaftlich wertvollen Art ausleben konte. Sondern vor allem wegen der Menschen! Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir wohl einer von wirklich wenigen Vereinen sind, die es schaffen, eine so wunderbare Atmosphäre zu schaffen, in die man sich am liebsten reinlegen möchte. Es beginnt schon bei den kleinen Sachen, wenn man sich nach der Redaktionssitzung dann doch nochmal festquatscht und geht bis zu den gemeinsamen Ausflügen. Viele meiner schönsten Erinnerungen aus meiner Jenaer Zeit hängen zweifellos mit dem Campusradio und vor allem mit meinen Co-Eulen zusammen. Und dafür bin ich sehr dankbar – euch, ihr Eulen, kennengelernt und in zweieinhalb Jahren so viele wertvolle Freundschaften geknüpft zu haben.

Ein weiterer kleiner Dank gilt aber natürlich auch euch, liebe Hörende. Dafür, dass ihr immer mal bei einem kleinen Studi-Radio reinhört, damit wir nicht in die stumme Leere sprechen und ihr dabei seid, wenn tolle Beiträge prämieren, wir wegen Lachanfällen atemlos ins Mikro keuchen oder wenn die Technik spinnt und wir versuchen, es durch um-den-heißen-Brei-reden zu überspielen.

So scheide ich also nun vom Campusradio: Dankbar, dass alles hier mitgemacht zu haben; traurig, jetzt gehen zu müssen; aufgeregt, was mich nun erwartet – und auch überfordert, was ich mit der ganzen Zeit anfangen soll!
Und jetzt sage ich euch ein letztes Mal: Hört auch beim nächsten Mal wieder rein! Denn das Campusradio sendet weiter – auch ohne mich hinterm Mikro.