5 Minuten für dich – Mentale Modelle

Wenn wir an eine Person denken, haben wir ein Bild im Kopf. Jedoch beschreibt dieses Bild nicht nur das Äußere. Wir assozieren mit der Person ein bestimmtes Verhalten und die Persönlichkeit und damit auch eine Einschätzung wie eine Person sich in unterschiedlichen Situationen verhält. Diese Bilder werden als “Mentale Modelle” bezeichnet. René hat für euch ein paar Tipps, wie Ihr mit diesen Modellen besser umgehen könnt.

Mentale Modelle beschreiben ein psychologischen Phänomen, welches uns alltäglich begegnet, obwohl es uns nicht bewusst. Gemeint sind Bilder, Geschichten und Annahmen über uns selbst, unsere Mitmenschen, Organisationen und eigentlich jeden Aspekt der Welt.

Mentale Modelle entstehen auf der Basis unserer Schlussfolgerungen, die wiederum auf unseren früheren Beobachtungen und Erfahrungen basieren. Zusätzlich haben unsere Schlussfolgerungen und die daraus entstehenden mentalen Modelle oft einen Einfluss auf die beobachtbaren Ereignisse, die wir in zukünftigen Prozessen auswählen.  

So werden oft statt neuer Ereignisse, einfach die vergangenen zur Rate gezogen. So entsteht zum Beispiel sehr schnell nach 1-2 gescheiterten Beziehungen der Gedanke, dass man ja auch zur “Generation Beziehungsunfähig” gehört und probiert es besser erst nicht mehr, weil es ja in der Vergangenheit ja schon nicht funktioniert hat.

Im privaten Kontext können wir vor allem mit 2 Werkzeugen umgehen.

1.) Ein Gleichgewicht zwischen dem Erkunden von fremden Gedanken und dem Offenbaren der eigenen Gedanken.
2.) Reflexion: Die Verlangsamung unserer Denkprozesse um diese mentalen Modelle zu erfassen und zu hinterfragen. Zum Beispiel durch die Übung “Die linke Spalte”.

Heute fokussieren wir uns auf den ersten Aspekt.

Beim Erkunden und Offenbaren geht es vor allem um Verständnis und Klarheit. Beim Offenbaren breitet man seine Gedanken, Schlussfolgerungen und zugrunde liegenden Fakten bildlich gesprochen vor sich aus und macht sie somit für alle Verständlich. Gerade wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, kann es sehr von Vorteil sein jemanden Gedanken von Grund auf zu erklären. Viele Entscheidungen werden aufgrund von falschen Annahmen oder falscher Interpretation von Fakten getroffen. Beim Erkunden versucht man diesen Weg bei einer anderen Person zu verstehen. Aus welchen Fakten entstanden welche Annahmen und Schlussfolgerungen, welche Überzeugungen haben sich daraus entwickelt die zu der Entscheidung führten.

Während man beim Offenbaren noch durch Mimik und Gestik darauf achtet, wie das gesprochene Wort beim Gegenüber ankommt. Liegt beim Erkunden die Schwierigkeit darin, die andere Person nicht in eine defensive Situation zu drängen und zu überzeugen, dass man trotz einer kritischen/hinterfragenden Haltung ähnliche Interessen verfolgt.

Literaturempfehlung:
Peter Senge – Die fünfte Disziplin
Peter Senge et. al. – Das Fieldbook zur fünften Disziplin