5 Minuten für dich – Krisen meistern

Aus dem Buddismus wird oft der Ausspruch “Life is suffering” übersetzt. Insbesondere wenn die eigene Pläne zusammenbrechen (z.B. nach einem nicht bestandenen Drittversuch) oder wir mit den Auswirkungen von Mobbing, Missbrauch oder dem Tod unserer Lieben kämpfen.
Wie man seine eigenen Krisen meistern kann und daraus stärker wird, dazu hat René heute einiges mitgebracht.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/teetasse-tasse-tee-tee-getr%C3%A4nk-2324842/

Jeder begegnet irgendwann eine Lebenskrise. Spätestens durch die Sterblichkeit von uns und unseren Lieben, wird unsere Stärke mit der Situation umzugehen herausgefordert. Doch wir sind stärker als wir glauben und es ist keine Schande dabei Hilfe anzunehmen. Ganz im Gegenteil. Seine eigenen Grenzen zu sehen und Hilfe anzunehmen ist eine Stärke für sich.

Heute gebe ich einige Tipps für den Umgang mit einigen solcher Krisen. Vergesst jedoch nicht euch professionelle Hilfe zu holen, wenn Ihr sie braucht!

Psychosoziale Beratung der Universität

Psychosoziale Beratung der Diakonie

Servicestelle der Krankenkasse (Nach einem Ersttermin beim Psychiater fragen)

1.) Du hast das Gefühl, dir wurde großes Unrecht getan: Seien es Eltern, Lehrer, oder frühere Lebenspartner. Oft hängen wir alten Problemen noch nach, obwohl wir das Gefühl haben, dass wir darüber stehen könnten oder sollten. Der folgende Prozess kann sich über mehrere Tage oder sogar Wochen strecken. Aber er kann dir helfen damit umzugehen.

  • Der erste Schritt hierbei besteht darin, die Situation so zu akzeptieren wie sie ist. Zu akzeptieren, dass das was passiert ist, in der Vergangenheit liegt und du es nicht mehr ändern kannst. Dieser Schritt, so banal er auch klingen mag, ist die Grundvoraussetzung und oft (gar) nicht so einfach umzusetzen. Wenn du dich bei den nächsten Schritten innerlich wehrst, ist es oft der Fall, dass du deine aktuelle Situation noch nicht akzeptiert hast.
  • Im zweiten Schritt suchst du nach etwas positivem an deiner Situation. “Was kann daran schon positiv sein” magst du dich jetzt (sauer) fragen. Ich habe Menschen getroffen, die sehr viele Dinge erlebt haben. Missbrauch, Mobbing und Suizid von Freuden, um nur einige zu nennen. Viele dieser Menschen, die über ihre Krisen hinweg gekommen sind, würde ich als sehr erfolgreich beschreiben. Einige sind sehr empathisch und können sich dank ihrer Krisen gut in andere Menschen einfühlen. Sie sind sehr gut im Umgang mit anderen Menschen und großartige Eltern. Andere sind sehr zielstrebig und gewissenhaft. Sie arbeiten in den Top Unternehmen dieser Welt, während wieder andere an ihrem eigenen Weg arbeiten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie stärker aus ihrer Krise hervorgegangen sind und etwas daraus mitgenommen haben das Ihnen hilft. 

    Was könnte dir helfen?
  • Im letzten Schritt gilt es loszulassen. Nimm dir ein paar Blätter Papier und beginne handschriftlich festzuhalten, was dich beschäftigt. Lass deinen Emotionen ruhig freien Lauf. Es ist besser es rauszulassen, als es mit dir herum zu tragen. Wenn du fertig bist, vernichtest du den Brief. Es hat keinen Sinn ihn abzuschicken, denn du hast mit der Situation bereits abgeschlossen.

2.)     Du weißt nach einem Rückschlag nicht mehr weiter im Leben:

Einer der vermutlich stärksten und häufigsten Rückschläge ist der einer nicht bestandenen dritten Prüfung.

Zum Anfang würde ich schauen, ob man das Unglück noch irgendwie abwenden kann. Im Fall einer versauten Prüfung kann man sich eventuell exmatrikulieren und an einer anderen Universität weiter studieren bevor das Ergebnis eingetragen wird. Wenn es nicht mehr zu retten ist, lass mich dir sagen, dass ich Leben gelernt habe, dass selbst der härteste Rückschlag etwas gutes sein kann. Egal ob nach einer Trennung oder einer versauten Prüfung. Nach einem vergeigtem Studium kann man ein anderes beginnen oder eine Ausbildung starten. In beiden Fällen hat man mehr Erfahrung als die meisten anderen Anfänger. Man kann aus seinen Fehlern im ersten Studium lernen, sich neu orientieren und eventuell etwas besseres finden. Du schließt neue Freundschaften und lernst neue Dinge. Überlege dir nun was Schritt für Schritt tun musst, um wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Angefangen von der Finanzierung bis zur Planung deiner beruflichen Zukunft.

Meist ist die Zukunft gar nicht mehr so fürchterlich, wenn man sich einen Plan macht. Als Teil des Plans solltest du überlegen, welchen beruflichen Weg du in Zukunft einschlagen willst.


Um dich bei deiner neuen Orientierung zu unterstützen habe ich hier einige Fragen vorbereitet, die dir helfen können.

  • Menschen mit was für einem Problem liegen dir am meisten am Herzen?
  • Mit welchem Thema könntest du dich stundenlang beschäftigen, ohne dass dir langweilig wird?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht und welches Wissen angeeignet, dass du in deinem nächsten Studium weiter benutzen möchtest?
  • Was musst du außerdem noch lernen um diesen Menschen helfen zu können?
  • An welchen Orten kannst du dir vorstellen die nächsten 2-5 Jahren zu leben?

Lass mir dir abschließend sagen, dass wir stärker sind als wir glauben. Wie immer deine Krise auch aussehen mag, ich bin zuversichtlich, dass du stärker daraus hervorgehen wirst. Das heißt jedoch nicht, dass du keine Hilfe annehmen sollst. Hilfe anzunehmen und sich einzugestehen, dass man sie braucht ist eine eigene Form von Stärke. Du kannst bei Bedarf die Unterstützung des Psychosozialen Beratung der Uni, beziehungsweise der Diakoni nutzen oder dir einen Termin zur Erstberatung bei einem Psychiater geben lassen. 

Psychosoziale Beratung der Universität

Psychosoziale Beratung der Diakonie

Servicestelle der Krankenkasse (Nach Ersttermin beim Psychater fragen)

Viel Erfolg!

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/teetasse-tasse-tee-tee-getr%C3%A4nk-2324842/